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| 01:31 Uhr

Klinikum sichert Cottbuser Kunst

Der Spreewaldkahn von Vincenz Wanitschke stand einst an der Stadtmauer. Fotos: Michael Helbig
Der Spreewaldkahn von Vincenz Wanitschke stand einst an der Stadtmauer. Fotos: Michael Helbig
Kunst hilft beim genesen. Davon ist die Leitung des Carl-Thiem-Klinikums (CTK) überzeugt. Jetzt sind in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Plastiken im Park des Hauses aufgestellt worden. Ein Glücksfall für Kranke und für die Stadt. Denn die Mehrzahl der Stücke war von Zerstörung bedroht. Von Jan Selmons

CTK-Chefin Heidrun Grünewald erklärt: "In einem Haus wie unserem haben Kunstwerke eine ganz besondere Funktion: Kunst kann Menschen, die erkrankt und in komplizierter Situation sind, Mut und Zuversicht geben und Augenblicke der Besinnung vermitteln." Insgesamt hat das CTK nach eigenen Angaben 15 000 Euro in die Sanierung der bedrohten Plastiken investiert. Die Kunstwerke, die lange Zeit das Stadtbild mitprägten, sind nun Dauerleihgaben der Stadt für den Kunstgarten am Krankenhaus. Etwa der Spreewald-Kahn von Vincenz Wanitschke. Nach Angaben der Referentin für Kunstförderung in Cottbus, Rita Numrich, sei das Werk des Dresdner Künstlers schon zu DDR-Zeiten bedroht gewesen: "Da wurden immer wieder Teile abgeschlagen." Das Werk sei deshalb am ursprünglichen Standort an der Stadtmauer bereits in den siebziger Jahren abgebaut worden. Auch die Plastik "Stadtidyll" des Cottbuser Heinz Mamat sei in höchster Gefahr gewesen, erklärt Numrich. Grund: An ihrem Standort im Cottbuser Frühlingsgarten an der Spree hätten immer wieder Jugendliche Kletterübungen gemacht. Schließlich war sie "statisch nicht mehr sicher", so die Referentin für Kunstförderung. Der Betrieb Grünanlagen habe das Werk schließlich abgebaut und dadurch gerettet. Für eine Sanierung fehlte jedoch Geld. So sprang nun das CTK ein.Noch ein Objekt zieht die Blicke am Klinikum auf sich: die Kopie der Mittelstele des Stadtbrunnens. Sie ist ein Zweitguss, der laut Numrich nie aufgestellt wurde. Ursprünglich sei er einmal für den Stadtteil Schmellwitz gedacht gewesen. Dann kam die Wende, und die Pläne waren Geschichte.Über die Initiative des CTK ist Rita Numrich glücklich: "Wir sind froh, dass die Plastiken wieder aufgestellt sind und so der Öffentlichkeit zugänglich." Zudem sei der Standort sicher, da der Wachschutz des Klinikums immer einen Blick auf die Kunstwerke habe. CTK-Pressesprecherin Annegret Hofmann kündigt weitere Aktivitäten für den Kunstgarten an. Sie findet es wichtig, dass ein großes Unternehmen wie das CTK sich in dieser Richtung engagiert: "Wir arbeiten auch fest mit einem Künstler zusammen." Von Steffen Mertens werde es eine weitere Plastik im Garten des Krankenhauses geben, so Hofmann.

Die Altmarktbrunnen-Stele.
Die Altmarktbrunnen-Stele.
Heinz Mamat schuf das Stadtidyll für den Frühlingsgarten.
Heinz Mamat schuf das Stadtidyll für den Frühlingsgarten.