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| 07:45 Uhr

Viel Kritik an Vorhaben
Klinik-Neubau wird in Burg heiß diskutiert

 Sogar ein Modell für den geplanten Neubau der neurologischen Fachklinik in Burg gibt es bereits: Rechts ist die vorhandende Rehaklinik zu sehen, links der Neubau. Im vorderen Bereich soll ein Parkplatz mit 130 Stellplätzen entstehen.
Sogar ein Modell für den geplanten Neubau der neurologischen Fachklinik in Burg gibt es bereits: Rechts ist die vorhandende Rehaklinik zu sehen, links der Neubau. Im vorderen Bereich soll ein Parkplatz mit 130 Stellplätzen entstehen. FOTO: LR / Silke Halpick
Burg. Erfolg im zweiten Anlauf: Die Planungen für den Bau einer neurologischen Fachklinik in Burg durch die MediClin GmbH & Co. KG können weitergehen. Burger Gemeindevertreter bewilligen trotz Kritik eine Bauvoranfrage für das 40-Millionen-Euro-Projekt. Von Silke Halpick

Die Gemeindevertreter haben der Bauvoranfrage wohlwollend zugestimmt, sicher war das allerdings nicht. 40 Millionen Euro sollen investiert, 135 Arbeitsplätze geschaffen werden.

Noch vor einem Jahr war der Investor mit diesem Vorhaben abgeblitzt. In der Zwischenzeit habe man aber „seine Hausaufgaben gemacht“, wie Planer Henrik Schumann betont. Der bisherige Reha-Klinik-Standort soll in Richtung Westen durch den Neubau der Fachklinik erweitert werden. Ziel ist ein 150-Betten-Haus, in dem neurologische Patienten unterschiedlichster Erkrankungsstufen versorgt werden.

Das Unternehmen sieht „dringenden Handlungsbedarf“, um den Standort des Reha-Zentrums Spreewald mit den Schwerpunkten Orthopädie und Kardiologie auch in Zukunft zu sichern. „Reha hat keine Lobby“, sagt Geschäftsführer Harald Kruse. Der Bau der neurologischen Fachklinik sei eine „strategische Entscheidung“, um dieses Problem zu lösen. Gleichzeitig werde eine „Versorgungslücke“ in Südbrandenburg geschlossen. Eine vergleichbare Einrichtung gibt es erst wieder im 140 Kilometer entfernten Kreischa in Sachsen, so Kruse.

Das Areal mit einer Gesamtfläche von fünf Hektar liegt allerdings vollständig im Biosphärenreservat Spreewald. Das ist eigentlich ein „No-go“-Bereich für Dieter Hildebrand, Fraktionschef von „Gemeinsam für Burg“. Zudem werde für das Vorhaben ein kulturhistorisch-gewachsener Vierseitenhof „geschliffen“, kritisiert er. Burg soll ein „gutes Stück Landschaft“ hergeben, doch was hat der Ort davon?, fragt er.

Für den Investor liegt die Antwort auf der Hand: Die Einnahmen für die Gemeinde und auch die Umsätze bei Händlern, Gewerbetreibenden und Hoteliers werden kräftig steigen. Das könnte nach der Rechnung von MediClin insgesamt 400 000 Euro pro Jahr ausmachen. Nicht versprochen, aber zumindest in Aussicht gestellt wird die Integration ambulanter Fachärzte innerhalb der Klinik, was wiederum die medizinische Versorgung der Menschen vor Ort verbessern kann.

Ein Knackpunkt für viele Anwohner ist die Verkehrsanbindung der Klinik. Selbst der Investor rechnet mit einer Steigerung des Verkehrsaufkommens um 780 Fahrzeuge pro Tag vor allem aus Richtung Cottbus und von der Autobahn kommend. Die bisherige Verkehrsführung wird jedoch nach wie vor als die effektivste angesehen.

Für den Bau wirbt der Kreistagsabgeordnete Ulrich Noack (CDU). Neue Arbeitsplätze seien, auch mit Blick auf den Ausstieg aus der Braunkohle, für die Region wichtig, betont er. Das Reha-Zentrum sei zudem eine wichtige Säule für den Gesundheitstourismus. Burg darf sich seit 2005 „Staatlich anerkannter Ort mit Heilquellen-Kurbetrieb“ nennen, jährlich kommen rund 100 000 Reha-Patienten hierher.

Der zeitliche Rahmen für die Umsetzung des Projektes ist noch völlig offen. Im Durchführungsvertrag ist eine Rücktrittsklausel für den Investor vorgesehen, falls bis zum 30. Juni 2020 kein B-Plan vorliegt.