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| 01:08 Uhr

Kleinster Stadtteil will nur noch begrenzt wachsen

Baustellen und neue Einwohner gehören seit Jahren in Skadow zum Alltag. Von 350 Einwohnern wuchs der kleinste Cottbuser Stadtteil in den vergangenen Jahren auf fast 540 Bürger. Von Ronald Ufer

„Da wird es immer schwieriger, alle Skadower zu kennen, immer wieder begegne ich neuen Gesichtern“ , sagte der Vorsitzende des Ortsbeirates Horst Luttert der RUNDSCHAU. „Einige Häuser sind noch im Bau und ein kleiner Standort wird vorbereitet. Ein Ende des Bauens ist aber in Sicht, wir wollen den dörflichen Charakter bewahren und eigentlich nicht über die Grenze von 600 Einwohnern wachsen.“
Das traditionelle Ortsbild blieb bei den Veränderungen erhalten. Neue Häuser entstanden entlang der Straßen in Lücken oder an neuen Wegen. Große Eigenheimstandorte sucht man vergebens. Auf vielen Grundstücken stehen sanierte ältere Gebäude neben neuen Häusern. „Kinder und Enkel blieben oder kamen sogar zurück, wenn sie Arbeit gefunden hatten. Sie wissen, dass man hier gut leben kann“ , konstatierte Luttert stolz. Nur wenige Häuser müssen noch erneuert oder abgerissen werden, bei fast allen stehen die Termine fest. Zusammenwachsen mit den Döbbricker Nachbarn wollen die Skadower nicht.
Laden, Gaststätte, Sportverein, Handwerker, Kindergarten, Dorfanger, Kirche und Friedhof, alles was ein Dorf ausmacht, hat Skadow aufzuweisen. So ruhig wie früher ist es im Ort jedoch nicht mehr, viel Durchgangsverkehr nach Döbbrick belastet die Straßen. Schritt für Schritt werden zudem Gasleitungen verlegt.
Der Zuzug sorgt dafür, dass Skadow nicht überaltert. Viele der angestammten Bürger befinden sich im Rentenalter oder steuern darauf zu. Für Belebung und Zukunft sorgt da der Kindergarten, in dem 27 Mädchen und Jungen betreut werden. Es sollen noch einige mehr werden, deshalb will der Ortsbeirat einen ungenutzten Raum im Sportlerheim für die Jüngsten umbauen. Das Projekt soll den Einstieg in die Umgestaltung des Sportlerheims bilden. Der leer stehende Saal könnte geteilt werden und Raum für die entstehende Ortsgruppe der Volkssolidarität und eventuell einen Jugendtreff bieten. Geht dieses Konzept auf, könnte eine kleine Gastronomie für die Skadower und die zunehmende Zahl von Erholungsuchenden hinzukommen, die auf dem Spreeradwanderweg am Ort vorbeirollen. Kaffee, Plinsen, Kuchen, Würstchen, Bier und Brause könnten sie zum Verweilen im Stadtteil animieren. Die vorhandene Gaststä ;tte liegt abseits des Weges und öffnet wochentags erst abends. Auch Besucher der größten Attraktion des Ortes, der Trainings- und Auftrittsstätte der Kunstreitergruppe Ompah, könnten dort vor oder nach der Show einkehren.