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Kleines Burger Museum wird 20 Jahre alt

Die Burger Heimatstube war zum Jahresende noch einmal Magnet für Touristen.
Die Burger Heimatstube war zum Jahresende noch einmal Magnet für Touristen. FOTO: Hirche/ jul1
Burg. In der Burger Heimatstube gaben sich die Touristen in den letzten Dezembertagen noch einmal die Klinke in die Hand. "Wir haben hier viel Neues über den Ort erfahren", meinten Susann und Silko Thalheim aus Pulsnitz nach ihrem Rundgang und der Filmschau. Marion Hirche/jul1

Sie hatten zum ersten Mal die interessante Ausstellung über Burg gesehen und ließen sich von einem alten Film locken. Der Streifen "Sommer im Spreewald" war im Jahr 1952 als Kinovorfilm in Burg gedreht worden und wurde im Rahmen einer Sonderausstellung über das Spreewälder Handwerk von der Museumsleiterin Bärbel Schubert in den Defa-Archiven ausfindig gemacht.

So wie die Handwerkerausstellung die Ursache für das Finden des Films war, gab es viele Anstöße durch Sonderausstellungen, die zur Bereicherung und Veränderung der Heimatstube geführt haben. 2015 gab es ab April eine Sonderausstellung über sorbische/wendische Bräuche in der Niederlausitz. Bei der Eröffnung am letzten Apriltag präsentierte sich das kleine Museum am Burger Spreehafen in neuem Gewand. "Wir haben die Dauerausstellung völlig überarbeitet. Es gibt neue Informationstafeln, auf denen auch wichtige Fakten aus vorangegangenen Sonderausstellungen festgehalten sind", erklärt die Museumsleiterin Bärbel Schubert.

Die neuen Tafeln sind dem Design der Spreewald-Gemeinde Burg angepasst. Gleich am Eingang des großen Ausstellungsraumes wird auf die Frage "Sorbisch oder Wendisch?" eingegangen. "Das ist eine der häufigsten Fragen der Touristen", macht die Museumsverantwortliche klar. Daneben gibt es jetzt eine Infotafel. Darauf wird die urkundliche Ersterwähnung des Ortes vor 700 Jahren auch mit einem Bild der Urkunde belegt. Außerdem ziert ein wertvolles Stück diesen Bereich: Von einer Besitzerin, die eine Nachlass aus Bad Liebenwerda geerbt hatte, hat die Heimatstube ein dreidimensionales Bild von der alten Burger Mühle bekommen. "Das ist die Mühle, wie sie vor 1903 aussah, in dem Jahr ist sie abgebrannt und sieht heute ja völlig anders aus", ist von Bärbel Schubert zu erfahren. Bemerkenswert sei, dass es damals schon räumliche Bilder gab.

Auch der kleine Ausstellungsbereich, der der Spreewaldbahn gewidmet ist, wurde aufgewertet. 2015 ist ein passendes Regal für Spreewaldbahnmodelle eingebaut worden. Möglich wurde das durch Fördergelder vom Landkreis Spree-Neiße. "Die Modelle haben wir von Heinz Schmidt bekommen. Er ist Hobbymodellbauer und hatte seine Spreewaldbahnnachbauten zur Sonderausstellung über dieses besondere Transportmittel in der Heimatstube zur Verfügung gestellt. Dank des neuen Regals belässt er seine Spreewaldbahnwagen nun immer in Burg", freut sich Bärbel Schubert.

Zurzeit gibt es im Sonderausstellungsraum Karten zu sehen, die historische Ansichten von Burg zeigen. Den "Schweinetransport mit dem Kahn" von 1915, die "Wendische Tracht "von 1903, die "Hauptstraße mit Markt" von 1941 und viele andere Postbildbotschaften sind noch bis zum Frühjahr in der Heimatstube zu sehen. Dann soll es eine Sonderausstellung zum Thema "Auswanderer" geben. Dafür sucht Bärbel Schubert noch Spreewälder, die Informationen und Material zu diesem Thema haben. Wer etwas zu diesem Thema beitragen kann, sollte sich bei ihr unter der Telefonnummer 035603 75729 melden.

Im Jahr 2016 wird die Burger Heimatstube nun schon seit 20 Jahren bestehen. Aus diesem Grund, so Bärbel Schubert, soll es zum Heimatstubenfest Anfang September auch eine Geburtstagsfeier geben.