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Kleine Plastmodelle ganz groß

Adina Lenz und ihre Tochter Mara sind von Kolkwitz zum Cottbuser Flugplatzmuseum geradelt, um sich hier große und kleine Modelle anzuschauen.
Adina Lenz und ihre Tochter Mara sind von Kolkwitz zum Cottbuser Flugplatzmuseum geradelt, um sich hier große und kleine Modelle anzuschauen. FOTO: Helbig/mih1
Cottbus. Zur 22. Plastmodellbauausstellung im Cottbuser Flugplatzmuseum sind am Wochenende 42 Aussteller mit ihren Modellen gekommen. Für ihr Hobby reisen sie nicht nur aus Brandenburg an. Auch aus Berlin, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Polen stammen die Bastler. Michael Helbig / mih1

Eifrig hantiert der kleine Anton (6) mit der Kamera seines Papas Steffen Noack aus Calau in einem der Ausstellungsräume des Cottbuser Flugplatzmuseums und fotografiert alle winzigen und größeren Flugzeugmodelle. "Anton hat gerade angefangen, Modelle zu basteln und will für zu Hause alles dokumentieren", erzählte Steffen Noack. Zur Einschulung habe er nämlich einen Modellbaukasten geschenkt bekommen, und nun versucht der Junge es selbst.

Wohlwollend beobachtet wird dies vom Besitzer der kleinen Flugzeugmodelle: Udo Kowitzki aus Großräschen. "Dann braucht uns ja um den Nachwuchs für unser schönes Hobby nicht Bange zu sein", erklärt er lachend. So an die 150 Modellflugzeuge hat er schon zusammengesetzt. Angefangen habe es mit Papierfliegern. Dann sei er zu funkgesteuerten Schiffsmodellen gewechselt und schließlich doch wieder zu Flugzeugen zurückgekehrt. "Das ist eine schöne Abwechslung zu meinem Beruf als Busfahrer. Und viel besser, als am Computer zu spielen. Modellbau entspannt und schult das Koordinierungsvermögen", erklärt er den Besuchern begeistert.

Zu denen zählen auch Adina Lenz aus Kolkwitz und ihre sechsjährige Tochter Mara, die mit dem Fahrrad zum Flugplatzmuseum gekommen sind. "Eigentlich interessierte sich Mara für die großen Flugzeuge und Hubschrauber auf dem Gelände. Aber nun nutzten wir die Gelegenheit, uns ebenfalls die kleinen Modelle anzuschauen", erklärt die junge Mutter.

Diese Gelegenheit lässt sich auch Michael (8) nicht entgehen. "Guck mal, die Flügel können sich ja bewegen", ruft er begeistert, als der Besitzer eines Jagdbombers F-14 D, Fabian Flemming aus Bernau, die Bewegung der beiden Flugzeug-Flügel demonstriert. Geduldig beantwortet der begeisterte Modellbauer, der zum ersten Mal in Cottbus bei der Modellbauausstellung ist, Michaels Fragen. So erfährt der neugierige Knirps zum Beispiel, dass manche Teile aus Baukasten-Sätzen stammen, die man in speziellen Läden oder im Internet kaufen könne. Manche aber würden auch selbst angefertigt. Im Durchschnitt brauche Fabian Flemming für ein Modellflugzeug je nach Größe drei bis vier Monate. Oft arbeite er an mehreren Modellen gleichzeitig. "Auf keinen Fall will ich Kriegsgeräte verherrlichen. Doch ohne Waffen sind die Modellflugzeuge langweilig. Die Bewaffnung gehört nun einmal dazu", fügt er hinzu.

Einen schönen Nebeneffekt konnte das Cottbuser Flugplatzmuseum am Sonntag ebenfalls verzeichnen: Obwohl Fabian Flemming zum ersten Mal bei der Cottbuser Ausstellung dabei war, stellte er spontan einen Aufnahmeantrag für das Museum. "Ich fühle mich sehr wohl hier. Cottbus und der Spreewald sind wunderschön. Nun bin ich Vereinsmitglied geworden, we il ich etwas für den Erhalt unseres schönen Hobbys tun will", so der Bernauer.