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Klaus Feldmann stellt Buch vor

Der ehemalige Sprecher der Aktuellen Kamera Klaus Feldmann las in der Lausitzer Museumsnacht DDR-Geschichten im Veranstaltungsraum des Neuendorfer Aussichtsturmes. Er signierte Autogrammkarten und sein Buch.
Der ehemalige Sprecher der Aktuellen Kamera Klaus Feldmann las in der Lausitzer Museumsnacht DDR-Geschichten im Veranstaltungsraum des Neuendorfer Aussichtsturmes. Er signierte Autogrammkarten und sein Buch. FOTO: Hirche/jul1
Neuendorf/Dissen. Schon zum 13. Mal fand am Sonnabend die Museumsnacht im Lausitzer Museenland statt. Unter der Überschrift "Aufgedeckt. Spuren der Vergangenheit" waren 25 Museen und Kultureinrichtungen mit Angeboten dabei. Schon traditionell gehören der Ausstellungsturm im Erlebnispark Teichland und das Heimatmuseum Dissen zu den Veranstaltungsorten. Marion Hirche / jul1

Der Turm in Neuendorf stand für alle Besucher offen. Jeder der wollte konnte die 272 Stufen erklimmen, um dann aus 57 Metern Höhe in das abendliche Land zu schauen. Schon von Weitem war der Turm deutlich zu sehen, denn für einen Abend bekam die Turmfläche ein buntes Muster verpasst.

Auch die Ausstellung über den Braunkohleabbau in der Region im Innern konnte jeder anschauen. Doch die meisten Besucher kamen am Sonnabendabend wegen des Gastes aus Berlin. Klaus Feldmann, der Nachrichtensprecher der DDR, las Geschichten über die DDR und stellte sein Buch mit Versprechern von sich und anderen Kollegen vor. In der Lesung ging es von der Betreuung von Kindern in der DDR bis hin zu den berühmten Spreizhosen, um das Verhältnis zwischen Berlinern und Sachsen, um die DDR-Mangelwirtschaft und "Vitamin B" im Zusammenhang mit dem Bau eines Bungalows.

Von Geschichte zu Geschichte wurde die Erinnerung der rund 40 Zuhörer lebendiger, ging schnell in zustimmendes Nicken und das Gemurmel "Ja so war's" über.

Klaus Feldmann präsentierte seine Lesung dabei ganz im Stil des Nachrichtensprechers: "Meine Begrüßung liegt auf der Hand: Guten Abend meine Damen und Herren!" Rhetorisch gekonnt, schauspielerisch untersetzt, war der Vortrag, die bekannte Stimme fesselte schnell die Zuhörer.

"Es hat eigentlich nur die richtige Eingangsmelodie von der Aktuellen Kamera gefehlt", meinte im Anschluss Andreas Kuhnke aus Neuendorf. Heidi Rhönisch aus Neuendorf outete sich als Fan der Turmveranstaltungen: "Wir kommen jedes Jahr her und dieses Jahr wollten wir auch gern Herrn Feldmann mal wieder sehen. Es war sehr schön."

Den letzten Satz hätte auch Melina Zinnert am Sonnabend unterschrieben. Zusammen mit ihrer Mutter besuchte die Siebenjährige das Dissener Heimatmuseum. Die Einrichtung vor den Toren der Stadt Cottbus hatte in diesem Jahr alles für den Museumsbesuchernachwuchs vorbereitet.

Da gab es das Puppenspiel von den drei kleinen Schweinchen, es wurden sorbische Märchen erzählt und die Kinder wurden von Cornelius Kusch zu einer Taschenlampenführung eingeladen. "Unten im Keller wussten die Kinder über die sorbisch/wendischen Sagenfiguren schon recht gut Bescheid. Im ersten Ausstellungsraum haben wir mit den Kindern dann über Flachsbearbeitung gesprochen, sind dabei auch auf Rumpelstilzchen- Stroh zu Gold gekommen", erklärte der Museumsmitarbeiter.

Melina und die anderen Kinder waren auch begeistert von dem süßen Brei, Hirsebrei, wie er früher zubereitet wurde. Gemeinsam wurden Bratäpfel gebacken. Allerdings kamen in diesem Jahr weniger Besucher zur Museumsnacht als in den Vorjahren. "Es liegt sicher an der Vielzahl der Veranstaltungen, die heute stattfinden. Aber wir sind nicht enttäuscht", war von Leiterin Kathrin Schwella zu erfahren. "Mal zeitiger Feierabend ist auch nicht schlecht, schließlich hatten wir am Freitag eine ganz tolle Veranstaltung mit den Kindern und den Familien der Dissener Kita ‚Wichtelland' hinten in unserem Stary-lud-Bereich. Das war sehr schön, aber auch anstrengend."