ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:11 Uhr

Klassen-Musik: Zu gleich anfangen, gemeinsam beenden

In Cottbus fand das Schul-Musik-Symposium 2004 statt. Eingeladen hatte die Yamaha Academy of Music, die sich seit ihrer Gründung mit der Entwicklung einer breiten musikalischen Ausbildung auch in den allgemein bildenden Schulen verschrieben hat. Foto: pr


Getroffen haben sich fast 20 Musiklehrer, die es sich zum Ziel gemacht haben, den Stellenwert des Musikunterrichtes aus dem Schattendasein in so mancher Schule heraus zu führen. Auf dem Schul-Musik-Symposium 2004 wurden verschiedene Möglichkeiten präsentiert, wie man mit Kindern und Jugendlichen im Klassenverband ein Musikinstrument spielen lernen kann. Dabei wurden erste Erfahrungen ausgetauscht. So betreibt die Waldorfschule Cottbus seit einem Jahr eine Bläser-Klasse. Schüler der Klassen 5 und 6 spielen mit Begeisterung Trompete, Horn, Klarinette, Querflöte und Tuba wie in einem sinfonischen Orchester (außerdem gibt es eine Blockflöte-Klasse). In der Reinhardt-Lakomy-Grundschule in Groß Gaglow spielen Dritt-Klässler Blockflöte im Klassenverband. Eine Kostprobe ihres Könnens lieferten die Kinder zum Schul-Musik-Symposium ab.
In der Waldorfschule und in der Grundschule Groß Gaglow ergänzen Instrumental-Pädagogen die fachliche Ausbildung, unter anderem von der Yamaha Musikschule in Cottbus. In der 21. Grundschule Lübbenau hingegen betreuen zwei Musiklehrerinnen der Schule fünf Blockflöten-Klassen. Alle berichteten davon, dass sich seit Beginn des Klassenmusizierens die Stimmung an den betreffenden Schulen und die Leistungen der teilnehmenden Schüler verbessert hätten.
Bodo Bärwinkel, Direktor der Yamaha Academy of Music, bestätigte, „dass sich die Gewaltpotenziale an Schulen mit erweitertem Musikunterricht spürbar abbauen lassen. Musik ist der Königsweg bei der Sozialisierung von Kindern, alle fangen zu gleich an, müssen aufeinander hören und beenden ein Musikstück gemeinsam. Um dies zu vollbringen, haben sie lange gemeinsam darauf hin gearbeitet, dass schweißt zusammen.“
Acht der Teilnehmer am Schul-Musik-Symposium wollen in den nächsten Monaten eine Qualifizierung für das Klassen-Musizieren nutzen und an ihrer Schule den erweiterten Musikunterricht anbieten.
Derzeit fallen in den Schulen der Region etwa 70 Prozent des Musikunterrichtes aus oder werden fachfremd besetzt. Bodo Bärwinkel: „Wir rufen alle Schulleiter auf, die Erkenntnisse der Bastian-Studie für ihre Schule zu nutzen und damit einen wesentlichen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung in unserer Region zu leisten. Musik macht klug und hilft bei der Selbstverwirklichung der Kinder und Jugendlichen.“ (pm/gro)