| 17:12 Uhr

Gesundheitsgefahr
Neues Kapitel im B 169-Lärmschutz-Streit

Der Spree-Neiße-Kreis lehnt die Beschränkung des Lkw-Verkehrs in der Ortsdurchfahrt Klein Oßnig an der B 169 ab – eine Anwohnerin pocht weiter auf Lärmschutz und geht erneut in Widerspruch.
Der Spree-Neiße-Kreis lehnt die Beschränkung des Lkw-Verkehrs in der Ortsdurchfahrt Klein Oßnig an der B 169 ab – eine Anwohnerin pocht weiter auf Lärmschutz und geht erneut in Widerspruch. FOTO: Ch. Taubert / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Cottbus. Klägerin aus Klein Oßnig lässt nicht locker und pocht auf Lkw-Umleitung auf Autobahnen. Von Christian Taubert

Im Lärmschutz-Streit an der Bundesstraße 169 wird schon wieder ein neues Kapitel aufgeschlagen. Eine erfolgreiche Klägerin aus Klein Oßnig pocht auf eine Verkehrsbeschränkung, um die Lärmbelastung für die Anwohner zu reduzieren. Das Verwaltungsgericht Cottbus hatte die Anwohnerin in einem Urteil unterstützt und den Spree-Neiße-Kreis aufgefordert, die vorgeschriebenen Lärmschutzwerte einzuhalten – gegebenenfalls auch mit einem Lkw-Fahrverbot.

Das hat der Landkreis in einem überarbeiteten Bescheid ausgeschlossen. Statt einer Umleitung von Schwerlastverkehr auf die Autobahnen 13 und 15 war der Frau Ende Februar der kostenfreie Einbau von Schallschutzfenstern auf der Straßenseite angeboten worden. Zudem, so heißt es im Bescheid, hätten die Vorplanungen für die Ortsumfahrung Klein Gaglow - Annahof - Klein Oßnig begonnen.

In einem Widerspruch an SPN-Landrat Harald Altekrüger (CDU), den die Interessengemeinschaft B 169 trägt, wird der neue Bescheid als rechtswidrig bezeichnet. Anwohner-Anwalt Karsten Sommer beantragt erneut verkehrsbeschränkende Maßnahmen für die Durchfahrt Klein Oßnig, die täglich 1400 Lkw passieren. Er verweist auf inhaltliche Fehler. Er nennt die ungeprüfte Variante der Beschränkung des Lkw-Verkehrs über 7,5 Tonnen ebenso einen Ermessensfehler wie die Annahme eines 92-prozentigen Quell- und Zielverkehrs. Er macht auch darauf aufmerksam, dass trotz des angekündigten Blitzers zur Kontrolle von Tempo 30 in der Ortsdurchfahrt und der Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung die Schwelle der gesundheitsgefährdenden Lärmbelastung noch immer deutlich überschritten bleibe.

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