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Kita-Plätze jetzt in ganz Cottbus knapp

Alles belegt – das zeigt schon der Blick in diese Kita-Garderobe.
Alles belegt – das zeigt schon der Blick in diese Kita-Garderobe. FOTO: marcobir/Fotolia
Cottbus. Derzeit müssen Cottbuser Eltern auf einen Kita-Platz so lange warten wie seit Jahren nicht mehr. Während in jüngster Vergangenheit vor allem im Stadtzentrum der Bedarf deutlich über dem Angebot lag, sind aktuell auch Kitas am Stadtrand über ihre Kapazität hinaus nachgefragt. Ulrike Elsner

So liegt bei den "Humi-Kids" in der Gotthold-Schwela-Straße in Neu-Schmellwitz die Wartezeit auf einen Platz derzeit bei rund einem halben Jahr. "Erst wenn uns im September die Vorschulkinder verlassen, können wir neue Kinder aufnehmen", sagt Kita-Leiter Gregor Steinbach. Für sein Team ist das eine neue Situation. "In der Vergangenheit hatten wir häufig Probleme, unsere Plätze überhaupt zu belegen", sagt Steinbach. Dass das jetzt anders ist, habe mit der gestiegenen Qualität des Betreuungsangebots zu tun. "Wir verfügen jetzt über besser geschultes Personal und ein besser ausgestattetes Haus", so der Kita-Chef. Andererseits finden aber auch Eltern aus dem Stadtzentrum zunehmend den Weg nach Schmellwitz. Für die "Humi-Kids" bedeutet das, dass die Kapazität zum 1. September von 130 auf 150 Plätze erhöht wird.

Spätestens seit dem Jahr 2010 zieht es immer mehr junge Familien ins Stadtzentrum. Jörn Meyer, Geschäftsführer der Jugendhilfe Cottbus gGmbH, hat diese Entwicklung frühzeitig gesehen und deshalb auf das Reggio Kinder- und Familienhaus "Emilia" in der Puschkinpromenade gesetzt. "Unsere 144 Kita-Plätze waren vom ersten Tag an belegt", sagt Meyer. Doch noch immer kann die Nachfrage in der Stadtmitte nicht befriedigt werden. Wenn ein Kind im Alter von einem Jahr in der Einrichtung aufgenommen werden soll, empfiehlt die Jugendhilfe Cottbus deshalb die Anmeldung zwischen dem 4. und 7. Schwangerschaftsmonat.

Birgit Fabiunke, Leiterin der Kita Kneipp-Piraten in der Briesener Straße, plädiert hingegen für eine Anmeldung gleich nach der Geburt. Vergeben werden die Plätze nach dem Datum der Anmeldung, allerdings nur an jene Eltern, die sich - wie anfangs vereinbart - im Januar zurückmelden. "Im Januar gibt es von uns die definitive Zu- oder Absage", sagt die Leiterin der Ströbitzer Kita, deren Kapazität bei 172 Plätzen liegt. Die Eltern jener Kinder, die nicht aufgenommen werden können, hätten dann noch genügend Zeit, sich anders zu orientieren. Eine solche Rückmeldung ist noch aus einem anderen Grund sinnvoll: Viele Eltern melden ihr Kind vorsichtshalber in mehreren Kitas an.

Um auf Bedarfsschwankungen reagieren zu können, schlägt Jörn Meyer vor, die Kita-Träger zu ermächtigen, eine flexible Platzbereitstellung zu organisieren. "Helfen würde das Ausreichen von festgelegten Budgets pro belegtem Platz statt detaillierter Vorschriften für Obergrenzen bei den Betriebskosten und belegmäßiger Abrechnung nach Jahren, wie es jetzt Praxis ist", so der Geschäftsführer. Dann könnten die Träger Rücklagen bilden, die für zusätzliche Vorhaben, darunter auch zusätzliche Plätze, einsetzbar wären.