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Kinderuni
Wie viel Physik steckt hinter Fantasy- und Science-Fiction?

Unter einer Vakkum-Glocke ließ Physiker Olaf Gutschker Schlagsahne aus einem Halloween-Kürbis herausquellen.
Unter einer Vakkum-Glocke ließ Physiker Olaf Gutschker Schlagsahne aus einem Halloween-Kürbis herausquellen. FOTO: Stephan Meyer / LR
Cottbus. Kinderuni an der BTU: Physik-Dozent begeistert Schüler mit erstaunlichen Experimenten und outet sich als Harry-Potter-Fan. Von Stephan Meyer

Große und kleine Entdecker duften gestern im Hörsaalgebäude der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) wieder Uni-Luft schnuppern. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Kinderuni entführte der Referent Olaf Gutschker Cottbuser Grundschüler in die Welt der Fantasy- und Science-Fiction-Filme. Der Physiker lüftete mit beeindruckenden Experimenten die Geheimnisse hinter fliegenden Besen, verschwindender Zauberschrift und Laser-Sound-Effekten. Einige Kinder kamen aus dem Anlass sogar in zauberhafter Verkleidung zur Vorlesung.

Das Thema hatte der Professor nicht nur der Kinder wegen gewählt. Auch privat hat der Physiker etwas für das Fantasy-Genre übrig. Während seiner Präsentation zeigte er unter anderem Fotos, die ihn auf dem Gleis 9¾ auf dem Londoner Bahnhof King’s Cross Station zeigen. Damit outete sich Gutschker vor den Kindern als Harry-Potter-Fan. Früher habe man so etwas jedoch Märchen genannt, so der Dozent.

„Wenn ich Fantasie erregen will, muss ich ein paar Dinge weglassen, damit das Gehirn etwas ergänzen kann“, erklärt Gutschker zu Beginn seiner Vorlesung. Auf diese Weise funktionierte auch der erste Trick, den der Professor vorführte. Mittels eines Spiegels erweckte er den Eindruck, mit einem Besen, wie Harry Potter, über den Boden zu schweben. Staunende Blicke erntete Gutschker auch, als er Gelkugeln in einem Glas unsichtbar erscheinen lässt, nachdem er es mit Wasser füllte. Doch die Kinder wurden von Gutschker nicht nur bespaßt. Im verdunkelten Saal sollten die Schüler mit Zahlen rechnen, die der Dozent zuvor mit kurzfristig leuchtender Schrift an die Tafel brachte. Anschließend gab es einen kleinen Exkurs zum Thema kaltes Licht.

Trotz der gelegentlichen Abstecher in die Theorie kam bei den Kindern nie Langeweile auf. Lautstark zeigten sie sich begeistert über die Vorführungen. Das Audimax war fast bis auf den letzten Platz gefüllt. „Mir hat das großen Spaß gemacht“, sagte die Fünftklässlerin Sophie (10), die mit ihrer Mutter dort war. „Die Experimente waren viel spannender als in unserem Unterricht“. Sie hat durch die Veranstaltung nun einen ganz neuen Eindruck von der Naturwissenschaft bekommen.

Auch für Gutschker war der gestrige Tag etwas Besonderes. Er hatte seine zehnte Kinderuni-Vorlesung abgehalten. „Jedes Mal habe ich mir gedacht, das ist jetzt meine letzte Vorlesung“, gibt der Physiker zu. „Aber wenn ich sehe, dass der Saal voll ist, und von den Kinder auch etwas zurückkommt, ist das für mich ein Grund weiterzumachen.“