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Kinderkonferenz soll nachhaltig wirken

Marianne Materna
Marianne Materna FOTO: pk
Cottbus. An die zweite Kinderkonferenz, die am heutigen Donnerstag stattfindet, knüpft Marianne Materna viele Hoffnungen. Die Kinder- und Jugendbeauftragte der Stadt wünscht sich, dass junge Cottbuser mehr in die Gestaltung ihrer Stadt einbezogen werden. Die Kinderkonferenz soll Projekte initiieren und nachhaltig wirken. N. Nocon

"Kinder sind unsere Zukunft. Dieser Satz klingt gut und ist schnell gesagt. Aber mehr passiert dann meist nicht", bedauert Marianne Materna. Um Kindern in Cottbus die Möglichkeit zu geben, ihre Wünsche und Ideen öffentlich zu artikulieren und ihre Stadt aktiv mitzugestalten, hat die Kinder- und Jugendbeauftragte die Kinderkonferenz mitinitiiert. "Kinder wollen mittun und ihre Meinung sagen, auch über den Tellerrand der Schule hinaus", weiß Marianne Materna. Dafür sollen die Cottbuser Kinderkonferenzen, die 2013 Premiere hatten, eine Plattform sein.

Während die erste Kinderkonferenz noch für die Sechs- bis Zwölfjährigen organisiert wurde, waren die Kinder bei der zweiten Auflage von Anfang an in die Planung und Organisation der Veranstaltung eingebunden. Zehn Kinderexperten werden die 120 Delegierten aus den Cottbuser Grundschulen am heutigen Donnerstag durch die Konferenz begleiten. In zwölf Arbeitsgruppen werden sich die Abgesandten gemeinsam mit sachkundigen erwachsenen Gesprächspartnern mit Themen wie Umwelt, Verkehrssicherheit oder Spielplatzgestaltung befassen. "Auf besonderen Wunsch der Kinder des Vorbereitungsteams wird diesmal auch die Situation von Flüchtlingskindern in Cottbus ein Workshop gewidmet", kündigt Marianne Materna an.

Anders als bei der ersten Kinderkonferenz, deren Ergebnis eine große Kiste voller Ideen, Verbesserungsvorschlägen und Wünschen war, wird diesmal Wert auf Nachhaltigkeit gelegt. "Der Impuls der Veranstaltung darf nicht verpuffen. Wir wollen keinen Aktionismus. Die Projektideen sollen tatsächlich umgesetzt werden. Daran wollen die Kindern mit den Erwachsenen, die sich als Paten zu Verfügung gestellt haben, in den kommenden Wochen und Monaten arbeiten", erklärt die Kinder- und Jugendbeauftragte.

Marianne Materna, dass die Kinderbeteiligung in Cottbus sich ganz praktisch widerspiegelt. "Die jungen Leute sollen ernst genommen und ganz praktisch mitwirken können. Das Jugendparlament, das gerade gegründet wird, ist ein Beispiel dafür. In München, Potsdam und anderen Großstädten gibt es seit Jahren Kinder- und Jugendbüros mit hauptamtlichen Mitarbeiten", informiert Marianne Materna, die ehrenamtlich arbeitet. Ein regelmäßiger Kinderstammtisch, der sich aus der Kinderkonferenz entwickeln kann, wäre aus ihrer Sicht ein Schritt auf dem Weg hin zu mehr Mitwirkung für die junge Generation. "In Cottbus geht schon viel in die Richtung. Die Möglichkeiten aktiv mitzutun, müssen aber noch auf dauerhaftere und stabilere Beine gestellt werden", wünscht sich Marianne Materna.