ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:37 Uhr

Betreuungslücke
Behinderte Schulkinder brauchen Hortersatz

Cottbus. Berufstätige Eltern aus Cottbus und Spree-Neiße klagen über Probleme. Von Andrea Hilscher

Eltern aus Cottbus und Spree-Neiße haben sich an die Mitglieder des Sozialausschusses im Rathaus gewandt: Für ihre Kinder, die die Cottbuser Spreeschule besuchen, gibt es keine Betreuung nach dem Unterricht oder während der Ferien, sobald die Kinder zwölf Jahre als sind. Eberhard Richter (Linke), Vorsitzender des Sozialausschusses: „Jüngere Kinder werden im Hort versorgt. Doch sobald die Hortpflicht wegfällt, stehen berufstätige Eltern vor einem Problem.“ Denn anders als bei Kindern anderer Schulen könne man bei Spreeschülern mit ihren geistigen Behinderungen nicht erwarten, dass sie sich allein zu Hause zurecht finden, selbst wenn sie älter als zwölf sind.

Die Verwaltung hat nun ausgerechnet, was eine spezielle Betreuung dieser Kinder nach der Schule und während der Ferien kosten würde. Betroffen sind 61 Schüler der Klassen 7 bis 10. Würden sie täglich von 15 bis 18 Uhr und während der Ferien von 8 bis 18 Uhr betreut, würde das rund 587 000 Euro kosten. Da ein Teil der betroffenen Kinder aus dem Landkreis Spree-Neiße stammt, würden auf Cottbus nur rund 384 000 Euro entfallen, dazu kämen allerdings noch Raum- und Fahrtkosten. Bei einem derartigen Betreuungsmodell würde es sich um eine freiwillige Leistung der Stadt handeln, die bei der aktuellen Haushaltslage nur schwer umzusetzen ist. Dietmar Schulz (CDU): „Wir müssen uns mit Spree-Neiße an einen Tisch setzen und nach einer tragbaren Lösung suchen.“  Offen ist etwa, ob nur voll berufstätige Eltern in den Genuss der Betreuung kommen und ob eventuell Elternbeiträge erhoben werden sollen.

Andere Kommunen wie etwa Potsdam haben bereits ähnliche Modelle entwickelt.