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| 19:13 Uhr

Stadtentdecker Cottbus
Kinder gestalten Cottbus der Zukunft

Die Stadtentdecker der Klasse 6b der Erich-Kästner-Grundschule aus Cottbus beschäftigten sich in ihrem Abschlussjahr mit Mehrgenerationenhäusern und Traumvillen.
Die Stadtentdecker der Klasse 6b der Erich-Kästner-Grundschule aus Cottbus beschäftigten sich in ihrem Abschlussjahr mit Mehrgenerationenhäusern und Traumvillen. FOTO: LR / Josephine Japke
Cottbus. Stadtentdecker der Erich-Kästner-Grundschule wünschen sich Mehrgenerationenhäuser. Von Josephine Japke

„An Tagen wie diesen, solltet ihr durch Cottbus geh’n. An Tagen wie diesen, ist die Stadt besonders schön“, singen die Schüler der Klasse 6b der Erich-Kästner-Grundschule zu Beginn der Präsentation ihrer Ergebnisse. Für drei Jahre waren sie „Stadtentdecker“ und beschäftigten sich mit Vergangenheit und Gegenwart von Cottbus. Jetzt wagten sie einen Blick in die Zukunft.

Hängende Gärten, überdachte Radwege und energieeffiziente Mehrfamilienhäuser sind nur ein paar der Ideen, wie die beiden Schülerinnen Lara und Carla erklären. Es sind auch Modelle von Traumhäusern mit Glasdächern, Pool und Yacht entstanden, die man entlang der Spree bauen könnte.

Besonders beschäftigt haben sich die Gruppen allerdings mit einem Mehrgenerationenhaus. „Wir haben uns zuerst eine Vorstellung davon gemacht, was das eigentlich ist und wer da wohnen soll“, sagt Frederike. Als nächstes wurden die nötigen Räume diskutiert. Auf keinen Fall fehlen dürfen demnach ein Sportraum und Spielzimmer, eine Sauna und eine Lese- und Häkel-Ecke. Für jeden soll so etwas dabei sein.

Bürgermeisterin Marietta Tzschoppe (SPD) findet die Idee klasse: „Auf dem Land waren Mehrgenerationenhäuser früher ganz normal. Auch heute sollte so etwas wieder mehr gefördert werden.“ Das Stadtentdecker-Projekt hält sie für eine gute Möglichkeit die Wünsche der Kinder zu hören und zu berücksichtigen. So könnten die Heranwachsenden in Cottbus gehalten werden und das Bild der Stadt nachhaltig verändern.

Für Schulleiterin Martina Theunert ist das Projekt ein voller Erfolg. „Es ist ein lebensnaher Unterricht, der ihnen viel Spaß macht und sie fördert“, sagt sie. Zwar sei der Aufwand groß und die Kollegen zu Beginn skeptisch gewesen. „Doch mittlerweile stehen alle voll und ganz dahinter, weil sie sehen, wie toll das alles funktioniert“, erklärt sie. Umso besser, dass das Stadtentdecker-Projekt mittlerweile nicht nur zum Rahmenlehrplan gehöre, sondern auch ins Schulprogramm der Erich-Kästner-Grundschule aufgenommen wurde.

Selbst schon zur halben Architektin geworden, ist auch Lehrerin Kerstin Wollenick. Sie musste ebenfalls über die Herangehensweise an das Thema „Zukunft“ nachdenken und sich belesen. „Das ist zwar aufwändig, aber so lernen auch wir Lehrer die Stadt nochmal ganz neu kennen“, beschreibt sie.

In dem seit 2014 in Cottbus und anderen Brandenburger Kommunen laufenden Projekt setzen sich Kinder frühzeitig mit den Themen Stadt, Stadtplanung, Architektur und Politik auseinander. „Bei den Stadtentdeckern mitzumachen, ist ein Stück weit Demokratie“, sagt Marietta Tzschoppe.

Die Stadtentdecker der Klasse 6b der Erich-Kästner-Grundschule aus Cottbus beschäftigten sich in ihrem Abschlussjahr mit Mehrgenerationenhäusern und Traumvillen.
Die Stadtentdecker der Klasse 6b der Erich-Kästner-Grundschule aus Cottbus beschäftigten sich in ihrem Abschlussjahr mit Mehrgenerationenhäusern und Traumvillen. FOTO: LR / Josephine Japke