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| 14:57 Uhr

Ostern
Erstmals Ostern im neuen Domizil

 Die Kinder in der Wohngruppe der Spree-Neiße Sozialdienste  am Cottbuser Funkturm bereiten sich mit Kartenbasteln und Ostereiermalen auf das Osterfest vor.
Die Kinder in der Wohngruppe der Spree-Neiße Sozialdienste  am Cottbuser Funkturm bereiten sich mit Kartenbasteln und Ostereiermalen auf das Osterfest vor. FOTO: Marion Hirche
Cottbus. Die Kinder der Wohngruppe der Volkssolidarität haben sich gut am Funkturm eingelebt. Von Marion Hirche

Ostern steht vor der Tür, ein Fest für die Familie. Die Kinder, die am Cottbuser Funkturm in einer Wohngruppe leben, haben kaum die Chance, in Familie zu feiern. „Wir von der Volkssolidarität Spree-Neiße Sozialdienste gGmbH haben insgesamt vier Wohngruppen. Davon ist eine hier am Cottbuser Funkturm zuhause. Die Kinder  stammen aus Familien mit Problemen unterschiedlichster Art“, erklärt Fachbereichsleiterin Anja Tarnick.

Am Cottbuser „Langen“ wohnen neun Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 13 Jahren. „Jedes Kind hat sein eigenes Zimmer, dazu gibt es auch noch das Wohnzimmer, einen Aufenthaltsraum, die Sanitäranlagen, eine Küche, einen Raum für die Erzieher und ein Büro“, erklärt Betreuerin Carola Jurk. Dazu gehört auch noch der große Garten.

Vor einem Dreivierteljahr ist die Wohngruppe von der Albert-Schweitzer-Straße hierher gezogen. „Das hatte den Vorteil, dass unsere Kinder die Schule nicht wechseln mussten“, ist von Anja Tarnick zu erfahren. Unter den 9- bis 13-Jährigen befinden sich auch Geschwisterkinder. Alle sind sie stolz auf ihre eigenen kleinen Bereiche: Wie bei Mädchen und Jungen, die bei ihren Eltern leben, sieht es in den Zimmern aus. Bei den Jungs stehen kleine Lego-Bauwerke, bei den Mädchen sitzen Einhörner auf den Betten. Bücher und Spiele hat jeder individuell. Für die Sachen im Schrank ist jedes Kind selbst verantwortlich. „Wir müssen auch mal zum Aufräumen ermahnen und es kommt schon mal vor, dass bei einem Wutanfall alles aus dem Schrank geworfen wird“, berichtet eine der vier Erzieherinnen.

Der Alltag der Kinder läuft wie in einer normalen Familie ab: Morgens in die Schule, einige werden zur Einrichtung gefahren, gegessen wird in der Schule, am Nachmittag werden Hausaufgaben und Aktivitäten gemeinsam gemacht. In dieser Woche stand da auch das Basteln von Osterkarten und das Malen von wendischen Ostereiern auf dem Programm. Lydia Kretschmer, die das Wachsverzieren der Hühnerfrüchte bei ihrer Oma gelernt hat, zeigte den Mädchen und Jungen, wie es funktioniert. Dann durften sich alle ausprobieren.

„Wir hier in unserer Wohngruppe habe uns vorgenommen, den Kindern möglichst  viele sorbisch/wendische Traditionen zu zeigen. Es geht zum Maibaumaufstellen, wir waren schon beim Johannisreiten in Casel und haben Kornblumen gesammelt“, berichtet Mitarbeiterin  Roswitha Troppa.

Zum Alltagsleben gehören der Küchendienst und einmal wöchentlich der Einkaufsdienst. Die Kinder entscheiden darüber, was es zu essen geben soll. Sie backen zusammen Kuchen, auch beim Kochen sind sie dabei. Jedes der neun Mädchen und Jungen hat einen Bezugserzieher. Der kümmert sich dann um den Kontakt zum Jugendamt, zur Schule, um Arztbesuche, erfüllt dem anvertrauten Kind  einen Geburtstagswunsch. Es geht ins PiPaPo, in die Schwimmhalle und alle zusammen freuen sich auf den Sommer in ihrem schönen Garten. Einige Jungs trainieren Fußball in Klein Gaglow. Im Sommer gibt es Ferienausflüge. „Die Kinder sollen hier bei uns den ganz normalen Familienalltag erleben und kennenlernen. Darum kümmern sich hier fünf Kollegen, sieben Tage in der Woche rund um die Uhr“, erklärt Anja Tarnick. Jetzt freuen sich alle auf das Osterfest, alles ist schon gut vorbereitet.