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| 18:55 Uhr

Cottbus
Kiekebuscher Altanschließer bekommen ihr Geld zurück

Die Stadt Cottbus rechnet mit rund 1,3 Millionen Euro an Rückzahlungen für gezahlte Kanalanschlussbeiträge.
Die Stadt Cottbus rechnet mit rund 1,3 Millionen Euro an Rückzahlungen für gezahlte Kanalanschlussbeiträge. FOTO: dpa / Frank May
Cottbus. Abwasserzweckverband Cottbus Süd-Ost steht vor der Auflösung. Das ist eine gute Nachricht. Von Peggy Kompalla

Die Stadt Cottbus will aus dem Abwasserzweckverband (AZV) Süd-Ost austreten. Damit steht der Verband vor der Auflösung. Denn ohne den Cottbuser Ortsteil Kiekebusch ist er wirtschaftlich nicht überlebensfähig. Die Dörfler werden damit 16 Jahre nach der Eingemeindung endlich Teil des Abwasser-Entsorgungsgebietes der Stadt. Das sind gute Nachrichten. Denn damit erhalten die Altanschließer in dem Ortsteil ihr Geld zurück. Die Stadt Cottbus rechnet mit rund 1,3 Millionen Euro an Rückzahlungen für gezahlte Kanalanschlussbeiträge. Die Abwasser-Entsorgung der verbliebenen Neuhausener Ortsteile im einstigen AZV-Gebiet soll ebenfalls Cottbus übernehmen. Diese Umorganisation ist nur dank eines fetten Schecks der ILB Investitionsbank des Landes Brandenburg möglich. Dem Vorhaben müssen allerdings noch das Cottbuser Stadtparlament und die Neuhausener Gemeindevertung zustimmen.

Die ILB steuert für das Projekt 900 000 Euro bei. Davon profitiert die Gemeinde Neuhausen, wo die Bürger sonst mit extrem steigenden Gebühren rechnen müssten. Deshalb bestehe mit der Unterstützung des Landes erstmals für alle Beteiligten die Chance, die Abwasserentsorgung für das AZV-Gebiet zu stabilisieren. So heißt es aus der Stadtverwaltung.

Der Finanzbeigeordnete Markus Niggemann (CDU) erklärt: „Das Geld reduziert die Kostenbasis der Abwasser-Entsorgung dauerhaft.“ Die Zuweisung des Landes entspreche damit zinslos zur Verfügung stehendem Fremdkapital. Das kommt den zwölf Neuhausener Ortsteilen im AZV-Gebiet zugute. Sprich: „Auch nach dem Austritt von Kiekebusch aus dem Versorgungsgebiet wird ein ähnliches Kostenniveau in der Abwasser-Entsorgung gehalten werden können wie heute.“ Das ist von Bedeutung. Denn obwohl die Stadt Cottbus künftig die Entsorgung für die betroffenen zwölf Neuhausener Ortsteile mit übernehmen soll, bekommen die Nachbarn eine andere Rechnung vorgelegt als die Cottbuser.

Grund hierfür ist die Entscheidung der Stadt Cottbus, die Kanalanschlussbeiträge an die betroffenen Grundstückseigentümer zurückzuzahlen. Dies gilt allerdings nur für das eigene Stadtgebiet. Davon profitiert mit der Auflösung des AZV nun endlich auch Kiekebusch. Für die Neuhausener Ortsteile ist eine Rückzahlung der Altanschließer-Beiträge allerdings nicht geplant. Deshalb werden getrennte Gebührenkalkulationen fällig und bekommen die betroffenen Neuhausener (siehe Info-Kasten) eine eigene Satzung.

Der AZV gehört zu den kleinsten Wasserverbänden des Landes Brandenburg. Er ist hoch verschuldet und kämpft seit Jahren mit der Wirtschaftlichkeit. Die Stadt Cottbus ist nur mit dem Ortsteil Kiekebusch Mitglied in dem Verband und wollte bereits im Jahr 2006 ein erstes Mal austreten. Damals machte der Streit um die Altanschließer-Beiträge in Cottbus einen Strich durch die Rechnung. Nun will die Stadt zum 31. Dezember 2018 austreten und erhielt dafür in den Fachausschüssen volle Zustimmung.