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| 17:39 Uhr

Cottbus
Kiekebuscher werden Cottbuser

Cottbus. Der Ortsteil wird ab 2019 an die Abwasserentsorgung der Stadt angeschlossen. Damit erhalten Grundstückseigentümer auf Antrag auch ihre Altanschließerbeiträge zurück. Von Peggy Kompalla

In Kiekebusch herrscht großes Aufatmen, dabei steht zum Jahreswechsel eine Auflösung bevor. Der Abwasserzweckverband (AZV) Cottbus Süd-Ost soll zum 31. Dezember 2018 offiziell beerdigt werden. Für die Kiekebuscher sind das gute Nachrichten. Sie werden nun endgültig zu Cottbusern. 16 Jahre nach der Eingemeindung soll ab Januar die Stadt auch die Abwasserentsorgung für diesen Ortsteil übernehmen. Damit ist auch der Weg frei, dass dessen Einwohner die Kanalanschlussbeiträge zurückerhalten. Gleichzeitig übernimmt Cottbus mehr Verantwortung: Die Stadt will sich fortan auch um die Abwasserentsorgung von Roggosen, Sergen, Gablenz, Neuhausen, Groß Döbbern, Klein Döbbern, Groß Oßnig, Koppatz, Laubsdorf, Komptendorf, Frauendorf und Kathlow kümmern. Das wird über einen öffentlich-rechtlichen Vertrag zwischen der Stadt Cottbus und der Gemeinde Neuhausen geregelt.

Damit diese Neuordnung zum Jahreswechsel vollzogen werden kann, sind im Cottbuser Amt für Abfallwirtschaft in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Neuhausen sechs neue Satzungen erstellt worden. Die umfangreichen Papiersammlungen wurden bereits in mehreren Fachausschüssen in Cottbus besprochen, wo sie volle Zustimmung der Abgeordneten fanden. Das letzte Votum hat am 19. Dezember das Stadtparlament.

Für Kiekebuschs Ortsvorsteher Lutz Stompler ist die anstehende Entscheidung ein Segen. „Von der Auflösung des Abwasserzweckverbandes profitieren alle Kiekebuscher“, sagt er. „Altanschließer können jetzt wie in Cottbus die Beiträge zurückfordern, aber auch die Kosten für die Entsorgungen sinken rapide. Die Entleerung einer Sammelgrube kostete bisher zehn, künftig nur noch drei Euro.“ Denn dann gelten Cottbuser Abwasserpreise für Kiekebusch. Aus dem Cottbuser Ortsteil gibt es für den Vorstoß demzufolge volle Zustimmung.

Aber auch der benachbarten Gemeinde Neuhausen wird mit der Auflösung des hoch verschuldeten AZV und der geplanten Neuorganisation der Abwasserentsorgung eine große Last genommen. Bürgermeister Dieter Perko (CDU) hat sich deshalb zur Sitzung des Cottbuser Stadtparlaments angekündigt. Ordnungsdezernent Thomas Bergner (CDU) betont, dass mit dieser Geste die gute Zusammenarbeit zwischen den Kommunen in diesem Prozess gewürdigt werden soll. Denn auch die Stadt Cottbus ist froh über den Ausgang. „Damit kommt Kiekebusch endlich auch unter unser Satzungsrecht“, sagt Bergner. Die Kommunen haben demnach lange auf die Gelegenheit gewartet, den AZV aufzulösen. Dies ist nach Aussagen von Dezernent Bergner erst durch die Hilfe des Landes Brandenburg möglich, das die Neuordnung der Abwasserentsorgung im AZV-Gebiet mit 900 000 Euro aus dem Schuldenfonds unterstützt.

Auch in puncto Gebühren für die Neuhausener Ortsteile haben die neuen Verantwortlichen eine „Punktlandung“ hingelegt, wie es Thomas Bergner formuliert. „Die Kosten liegen bei 4,15 Euro je Kubikmeter. Genauso viel wie bisher.“

Für die Rückzahlung der Kanalanschlussbeiträge in Kiekebusch ab dem nächsten Jahr rechnet die Stadt Cottbus nach früheren Angaben mit Kosten von 1,3 Millionen Euro. Dezernent Bergner betont: „Auch wenn wir jetzt die Abwasserentsorgung für die Neuhausener mitübernehmen, heißt das nicht, dass sie auch die Beiträge zurückerstattet bekommen.“ Diese Regelung gilt nur für die Stadt Cottbus, die seit dem Jahr 2017 die Abwasserentsorgung allein über Gebühren finanziert. In Neuhausen werden bei Neuanschlüssen auch weiterhin einmalig zu zahlende Anschlussbeiträge fällig.