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| 19:12 Uhr

Kelch ist neuer Oberbürgermeister in Cottbus

Holger Kelch (r.) freut sich über das hervorragende Abschneiden bei der OB-Wahl.
Holger Kelch (r.) freut sich über das hervorragende Abschneiden bei der OB-Wahl. FOTO: Sven Hering (LR-COS-RED-101)
Cottbus. Die Stadt Cottbus bekommt einen neuen Oberbürgermeister. CDU-Kandidat Holger Kelch hat sich am Sonntag gegen den amtierenden Rathauschef Frank Szymanski (SPD) durchgesetzt. Der dritte Bewerber, Lars Krause (Die Partei), erzielte einen Achtungserfolg.

Die ersten Glückwünsche für den zukünftigen Cottbuser Oberbürgermeister gab es von Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger. Zu diesem Zeitpunkt wiegelte der amtierende Cottbuer Finanzbürgermeister allerdings noch ab. Gut die Hälfte der Stimmbezirke waren da ausgezählt - eine absolute Mehrheit war da noch längst nicht sicher.

Doch mit fortschreitendem Abend kristallisierte sich das in dieser Deutlichkeit doch überraschende Ergebnis heraus. Am Ende wurde es eine klare Sache. Rund 5500 Stimmen mehr als Szymanski holte Kelch - und damit den Chefsessel im Rathaus.

"Ich habe in den vergangenen Wochen bei den vielen Gesprächen mit den Cottbusern eine deutliche Wechselstimmung gespürt", erklärte Kelch als erste Reaktion nach dem feststehenden Wahlsieg. Immer wieder musste er dann Hände schütteln, wurde umarmt. Bis zu seinem Amtsantritt am 30. November will Kelch die Zeit nutzen, um auf die demokratischen Parteien in der Stadtverordnetenversammlung zuzugehen. Er wolle Stadtpolitik ohne Parteibuch machen und für diese Idee werben, betonte er.

Noch-OB Frank Szymanski war am Wahlabend seine Enttäuschung deutlich anzumerken. Gleichwohl gratulierte auch er seinem Herausforderer: "Ich wünsche Holger Kelch im Amt des Cottbuser Oberbürgermeisters eine glückliche Hand." Szymanski räumte ein, von Kelchs Durchmarsch im ersten Wahlgang überrascht worden zu sein. "Aber die Bürger haben entschieden", sagte der SPD-Kandidat, den auch sein Amtsbonus nicht gerettet hat. Das scheidende Stadtoberhaupt bedankte sich bei allen, die ihn in den vergangenen acht Jahren in seinem Amt unterstützt haben.

Lars Krause, der für Die Partei als Außenseiter ins Rennen um das Amt des Cottbuser Oberbürgermeisters gegangen war, zeigte sich mit seinem Ergebnis sehr zufrieden. Er erzielt mit seinen knapp 12,1 Prozent einen Achtungserfolg. "Ich hatte mir ein zweistelliges Ergebnis gewünscht, als Denkzettel für die anderen Kandidaten. Und das hat geklappt", freute sich Krause.

"Gratulation an Holger Kelch, das Ergebnis muss man anerkennen", sagte Linke-Fraktionschef André Kaun. Er hatte dem CDU-Mann noch am Abend persönlich zum Wahlerfolg gratuliert. "Traurig macht mich aber vor allem die niedrige Wahlbeteiligung", ergänzte Kaun. Nur knapp 49 Prozent der Wahlberechtigten hatten von ihrer Möglichkeit Gebrauch gemacht, den neuen Oberbürgermeister für die kommenden acht Jahre zu bestimmen. Kaun kündigte an, auch künftig Politik für die Bürger und nicht für die Interessen der Parteien im Stadtparlament machen zu wollen.

Kommentar: Die schweigende Mehrheit