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| 01:02 Uhr

Keine Rechtfertigung

Das Festival des osteuropäischen Films als Zeichen von Toleranz und Weltoffenheit, das Gedenken am Standort der Synagoge als Signal des Erinnerns.

Und neuerliche Schmierereien am alten Jüdischen Friedhof in der Straße der Jugend - als Beleg, dass mit gut gemeinten Ritualen dem Neu-Nazismus auch in Cottbus nicht beizukommen ist. Die Ruhe, die in den vergangenen Monaten herrschte, war, ist und bleibt trügerisch. Nahezu unbeachtet blieb, dass die NPD bei der Bundestagswahl in Cottbus mehr als drei Prozent der Stimmen erhielt. Cottbus muss offenbar damit leben, dass es braune Köpfe in der Stadt gibt. Das heißt nicht, dass man sich damit abfinden muss.
Die (ewig)gestrige Schmiererei war kein Dumme-Jungen-Streich. Die Lust an der Provokation legitimiert nicht die Verwendung von Symbolen von Massenmördern - nicht auf den Gräbern der Opfer, ihrer Gedenkstätten oder anderswo. Dafür gibt es keine Rechtfertigung. Dafür kann es nur Strafe einerseits, Bildung und Erziehung andererseits geben.