ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:57 Uhr

Nach dem Regen
Keine Entwarnung für die Spree

 Die Spree rauscht am Kiekebuscher Wehr. Trotz der Regenfälle ist das Wasserdefizit im Einzugsgebiet des Flusses weiterhin groß.
Die Spree rauscht am Kiekebuscher Wehr. Trotz der Regenfälle ist das Wasserdefizit im Einzugsgebiet des Flusses weiterhin groß. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Die Regenfälle der vergangenen Tage bringen eine leichte Entspannung für den Fluss. Der Hahn für den Ostsee bleibt trotzdem zu. Von Peggy Kompalla

Nach den teils ergiebigen Regenfällen der vergangenen Wochen gibt es für die Spree eine leichte Entspannung. Zu dieser Bewertung kommt die brandenburgisch-sächsische Arbeitsgruppe „Extremsituation“. Darüber informiert das Brandenburger Umweltministerium. Trotzdem könne noch keine Entwarnung gegeben werden. Auch für den Cottbuser Ostsee gibt es derzeit keine guten Nachrichten.

Nach Informationen des Umweltministeriums hat das Auffüllen der Talsperren und Speicher bis zum Frühjahr 2020 oberste Priorität. Die Arbeitsgruppe empfiehlt deshalb, dass das Abpumpen von Wasser aus Flüssen und Seen weiter eingeschränkt bleibt. Die Stadt Cottbus hält aus diesem Grund an der Allgemeinverfügung fest, wonach nur zwischen 22 und 6 Uhr Wasser aus den Fließgewässern entnommen werden darf. Das erklärt Umwetlamtschef Stephan Böttcher auf Nachfrage.

Für die Spree kommt die Arbeitsgruppe zu folgender Einschätzung: Die Niederschläge haben zusammen mit den Stützungsabgaben aus der Talsperre Spremberg und dem Ablassen von Fischteichen bewirkt, dass zuletzt ein Abfluss von etwa acht Kubikmetern pro Sekunde in der Spree am Unterpegel Leibsch gemessen wurde. Das sei ein allmählicher Anstieg des Abflusses in der Spree. „Dieser liegt allerdings immer noch deutlich unter dem mittleren Abfluss für den Monat Oktober von 18,4 Kubikmetern pro Sekunde“, heißt es in der Bewertung. Der Wasserstand der Talsperre Spremberg ist demnach in den vergangenen zwei Wochen um 30 Zentimeter gestiegen.

Der Hahn für den Ostsee bleibt trotzdem geschlossen. Das Wasserdefizit der Spree sei noch immer zu groß, bestätigt Leag-Sprecher Thoralf Schirmer. Der ehemalige Tagebau wird über den Fluss geflutet. Derzeit sei der Ostsee zu 13 Prozent gefüllt. „Bislang sind 728 656 Kubikmeter Spreewasser dort hineingeflossen“, erklärt Schirmer. Das werde großteils durch den Grundwasserwiederanstieg verursacht.

Die Leag sieht das Flutungsziel bis Mitte der 2020er-Jahre nicht gefährdet. Der Unternehmenssprecher versichert: „Unser genereller Flutungsplan ist durch die anhaltende Trockenperiode nicht in Gefahr, weil wir solche längeren Trockenzeiten mit einkalkuliert haben.“