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Keine Entwarnung bei Vogelgrippe

Der Cottbuser Tierpark bleibt weiterhin geschlossen. Ob bis 18. Februar oder länger ist noch unklar.
Der Cottbuser Tierpark bleibt weiterhin geschlossen. Ob bis 18. Februar oder länger ist noch unklar. FOTO: Helbig/mih1
Ist eine Entwarnung in Sachen Geflügelpest (Vogelgrippe) in Cottbus und Spree-Neiße in Sicht? Ganz und gar nicht. Erst vor einigen Tagen wurde eine Stockente in der Spremberger Talsperre gefunden (die RUNDSCHAU berichtete). Daniel Steiger

Mittlerweile hat auch das Friedrich-Löffler-Institut die Infektion des Tieres mit dem H5N8-Virus bestätigt, so der zuständige Spree-Neiße-Dezernent Olaf Lalk. Desweiteren wurden in den vergangenen Tagen weitere tote Vögel in der Region gefunden und zur weiteren Untersuchung in das Landeslabor Berlin-Brandenburg geschickt. Dabei handelt es sich um drei Kormorane, einen Reiher und einen Schwan. Drei Tiere wurden bei Kolkwitz und je eines bei Drebkau, Schenkendöbern und an der B97 am Tagebau gefunden. Für einen toten Graureiher, der vorige Woche bei Maiberg gefunden wurde, gibt es bisher kein Untersuchungsergebnis.

Wie geht es im Cottbuser Tierpark, am Stausee und den Sperr- und Beobachtungsbezirken weiter?
Der Cottbuser Tierpark bleibt auf jeden Fall bis Samstag, 18. Februar, geschlossen. Laut Angaben der zuständigen Behörden wurden dort bisher keine weiteren Erkrankungen von Vögeln festgestellt. Laut Stadtsprecher Jan Gloßmann werden auch weiterhin Kontrollen an den Tierbeständen vorgenommen. Welche Auswirkungen die Vogelgrippe auf einen Tierbestand haben kann, musste 2015 der Rostocker Zoo erleben. Insgesamt verlor die Einrichtung 60 Vögel, auch zwölf erkrankte Weißstörche mussten getötet werden. Der Cottbuser Tierpark ist für seine Vogelzucht bekannt. Zu den finanziellen Auswirkungen der bisher fast einmonatigen Schließung des Tierparks wollte sich die Stadt bisher nicht äußern. Die eingerichteten Sperr- und Beobachtungsbezirke um den Tierpark und am Stausee müssen mindestens drei Wochen nach Einrichtung Bestand haben.

Gibt es weitere sensible Einrichtungen in der Region?
Mit besonders wachsamen Augen blicken die Experten vom Veterinäramt des Landkreises auf die Firma Ehlego in Roggosen. Hier legen etwa eine Million Hühner Eier auch für Supermärkte und Discounter der Region. Olaf Lalk: "Die Stallanlagen sind bisher von keinem Sperr- oder Beobachtungsgebiet erfasst. Die Eier können uneingeschränkt vermarktet werden."

Wie wird die Einhaltung der Bestimmung für die Sperr- und Beobachtungsbezirke kontrolliert? Unter anderem dürfen ja Hunde und Katzen nicht frei herumlaufen.
Spree-Neiße-Dezernent Olaf Lalk: "Bei der Einhaltung der Schutzmaßnahmen appellieren wir an die bürgerschaftliche Verantwortung der Tierhalter zum Erhalt ihrer eigenen Bestände. Flächendeckende Kontrollen sind selbstverständlich nicht möglich." In Cottbus ist das Ordnungsamt für die Kontrollen zuständig. Laut Stadtsprecher Jan Gloßmann setzt man hier aber auch auf Appelle und Hinweise. Bußgelder wurden in Cottbus bisher keine verhängt. Laut einer Brandenburger Verordnung zur Tierseuchenbekämpfung drohen bei Missachtung der Bestimmungen bis zu 30 000 Euro Strafe.