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| 16:39 Uhr

Geld zu knapp
Kein Zuschuss für Väterinitiative

Cottbus. Knappe Entscheidung im Jugendhilfeausschuss. Träger werden jetzt informiert. Von Silke Halpick und Peggy Kompalla

Kein Happyend für die Cottbuser Väterinitiative: Ganz knapp ist ein kurzfristig eingebrachter Änderungsantrag im Jugendhilfeausschuss abgelehnt worden. Das bestätigt Jugendamtsleiter André Schneider. Durch die Kürzung bei anderen Trägern sollte der Zuschuss für die Väterinitiative doch noch gesichert werden.

„Der Vorschlag hat leider keine Mehrheit gefunden“, bedauert Ausschussmitglied André Kaun (Linke). Er hatte sich im Vorfeld dafür stark gemacht, den einzigen Verein in der Stadt, der ganz gezielt Väter in den Fokus stellt, zu erhalten. „Die Entscheidung ist durch. Das ist Demokratie“, sagt er.

Insgesamt 632 000 Euro stellt die Stadt im Rahmen des Familienförderplanes 2019 zur Verfügung. Doch die Zuschussanträge übersteigen das Budget, ganz ähnlich wie bei der Jugendhilfeförderung. Neu geschaffen werden soll unter anderem ein Familienangebot im Stadtteil Sandow, geschlossen wird gleichzeitig das Projekt der Väterinitiative. Hier finanziert das Jugendamt ab nächstem Jahr nur noch den betreuten Umgang bei hochstrittigen Familien. „Der Familienförderplan bedarf keiner weiteren Beschlussfassung. Die Träger erhalten nun ihre entsprechenden Bescheide“, betont Schneider.

Während der jüngsten Sitzung des Stadtparlaments hatte die Fraktion Unser Cottbus/FDP noch einen Vorstoß zugunsten der Väterinitiative gewagt, ist damit aber am Votum der Mehrheit gescheitert. Unser Cottbus/FDP brachte kurzfristig vor der Sitzung einen Antrag ein, wonach die Fraktionen auf monatlich 100 Euro ihrer Zuwendungen verzichten sollten. „Die eingesparten Mittel können für die Unterstützung der Väterinitiative genutzt werden“, sagte Fraktionschef Jürgen Maresch.

Für dieses Anliegen hatte die Fraktion allerdings vorab keine Mehrheiten bei den anderen Parteien gesammelt. Darüber hinaus sei diese Idee auch nicht im Jugendhilfeausschuss diskutiert worden, so die Ausschussvorsitzende Christina Giesecke (CDU). An den jüngsten Sitzungen des Fachausschusses hätten keine Vertreter von Unser Cottbus/FDP teilgenommen. Rein rechtlich wäre es zudem nicht möglich, die vorgeschlagenen Einsparungen umzuleiten und für eine freiwillige Aufgabe auszugeben. Das Geld würde in die Schuldentilgung fließen.

André Kaun kündigt derweil allerdings schon heute an, das Thema Väterinitiative bei der nächsten Haushaltsdiskussion in den Ausschüssen und im Stadtparlament noch einmal ansprechen zu wollen.