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Kein Stadtjubiläum ohne Vereine

Cottbus.. „Ein historischer Festumzug erfordert eine außerordentlich gründliche Vorbereitung.“ Nur so könnten die wirklich typischen Ereignisse in der Geschichte einer Stadt herausgearbeitet und so dargestellt werden, dass es für die Zuschauer interessant ist.

Mit dieser Erkenntnis ist Wolfgang Tham, Leiter der städtischen Vorbereitungsgruppe für das 2006 stattfindende Jubiläum „850 Jahre Cottbus“ von den jüngsten Feiern aus dem 750-jährigen Frankfurt/Oder zurückgekehrt.
Besonders beeindruckt habe ihn am Umzug durch die Oder-Stadt die Darstellung der Universität Viadrina. Tham: „Dass die 1506 gegründete Viadrina erste brandenburgische Landes-Universität war, habe ich dort erfahren.“ Mit Ulrich von Hutten, Heinrich von Kleist und den Gebrüdern Humboldt seien prominente Viadrina-Studenten dargestellt worden.
Auch wenn Cottbus ebenfalls Universitätsstadt ist, lasse sich nichts kopieren. „Wir haben aber Pückler und Ludwig Leichhardt“ , so Tham.
Für besonders bemerkenswert hält der Rathaus-Mitarbeiter das bei den Feiern sichtbare „bürgerschaftliche Engagement der Frankfurter“ . Auch Werner Seibt, Leiter des Organisationsbüros für die Jubiläumsfeiern in Frankfurt, lobt die große Beteiligung von Ehrenamtlichen. „Wir hatten 2400 Mitwirkende am Festumzug, mehr als wir uns jemals erträumt hatten.“
Auch in Cottbus müsse es gelingen, die Vereine fürs Jubiläum zu begeistern, sagt Wolfgang Tham. Außerdem gehe es angesichts knapper Gelder darum, Sponsoren zu gewinnen.
Für das Cottbuser Stadtjubiläum sind insgesamt 975 000 Euro für die Haushaltsjahre 2004 bis 2007 angemeldet. Eine Entscheidung der Stadtverordneten dazu steht noch aus (RUNDSCHAU berichtete).
900 000 Euro habe Frankfurt/Oder für das Internationale Hansefest, in das die Jubiläumsfeiern integriert waren, zur Verfügung gestellt, erklärte Werner Seibt, Leiter des dortigen Organisationsbüros auf RUNDSCHAU-Nachfrage. „Und ein erster Überschlag besagt, dass wir den Haushalt halten können.“ (pm/ue)