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Kein Platz für ABC-Schützen

Sandra Steinbach (l.) und Manuela Sommer hoffen auf Schulplätze für ihre Kinder. In Cottbus sind alle Einrichtungen nahezu ausgebucht.
Sandra Steinbach (l.) und Manuela Sommer hoffen auf Schulplätze für ihre Kinder. In Cottbus sind alle Einrichtungen nahezu ausgebucht. FOTO: hil
Cottbus. Kinder aus Kahren finden keine Schul- und Hortplätze in der Stadt. Die Eltern sind verzweifelt, die Schulverwaltung sucht noch nach Lösungen. Andrea Hilscher

Sandra Steinbach und Manuela Sommer sind Freundinnen, ihre Kinder Theo und Lina Sophie (beide sechs) sollten jetzt zusammen eingeschult werden. "Unsere großen Töchter waren bereits in Dissenchen in der Grundschule, jetzt hatten wir auch unsere Kleinen dort angemeldet", erzählt Manuela Sommer. Kahren gehört zum Einzugsgebiet der Dissenchener Schule. "Wir hatten bereits alle Papiere bekommen, Termine für die Vorschule, die erste Elternversammlung, den Hort", so Manuela Sommer. Umso größer der Schock, als sie im April einen Anruf der Schulleiterin erhielt: Es habe zu viele Anmeldungen gegeben, für sieben Kinder aus Kahren sei daher kein Platz mehr.

Sie erhielt - ebenso wie die anderen Eltern aus Kahren - die Adressen von Schulen in Sandow und Ströbitz, um eventuell dort einen Platz zu ergattern. Sandra Steinbach: "Wir haben dann auch in Laubsdorf nachgefragt, das ist immerhin nur sieben Kilometer weg von Kahren." Mit großer Erleichterung erfuhren die Eltern, dass ihre Kinder dort willkommen seien, auch der Spree-Neiße-Kreis habe nichts dagegen, Cottbuser Kinder aufzunehmen. Das Problem: Der Hort in Laubsdorf ist voll. "Und da wir alle berufstätig sind, zum Teil auch in Schichten arbeiten, geht es einfach nicht ohne Hort", so Manuela Sommer.

Doch auch die Cottbuser Schulen konnten ihr nicht wirklich weiterhelfen. Abgesehen von den langen und komplizierten Schulwegen mit Bussen und Straßenbahn gab es auch hier keine Hortplätze für die Kahrener Kinder. "Inzwischen sind wir sehr verzweifelt", sagt Sandra Steinbach. "Es ist Mai, überall laufen die Vorbereitungen zu Einschulung - und wir wissen nicht, wohin."

Die Eltern haben das Schulverwaltungsamt eingeschaltet und um Hilfe gebeten. "Aber eine schnelle Lösung haben wir auch nicht parat", sagt Fachbereichsleiter Joachim Bischoff. Er sucht nach Auswegen. "Wenn das Landesjugendamt zustimmt, könnte der Hort in Laubsdorf erweitert werden und die Kahrener Kinder aufnehmen." Auch mit Dissenchen sei er im Gespräch, ob dort die Klassenstärken leicht angehoben werden könnten.

"Das wäre uns natürlich das liebste", sagen die Kahrener Mütter - die Schulbusverbindung nach Dissenchen sei optimal. Inzwischen aber sind sie mit fast jeder Lösung zufrieden - solange ihre Kinder Schul- und Hortplätze finden. Mehr zur Schuldiskussion in SPN lesen Sie auf Seite 15.