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"Kein Ort wird vergessen"

Der Wiesendorfer Ortsvorsteher Ehrenfried Piekos (l.) und der Kolkwitzer Bürgermeister Fritz Handrow vollzogen die Grundsteinlegung fürs Dorfgemeinschaftshaus.
Der Wiesendorfer Ortsvorsteher Ehrenfried Piekos (l.) und der Kolkwitzer Bürgermeister Fritz Handrow vollzogen die Grundsteinlegung fürs Dorfgemeinschaftshaus. FOTO: Hirche/jul1
Wiesendorf. Mit 80 000 Euro finanziert die Großgemeinde Kolkwitz den Neubau eines Dorfgemeinschftshauses im 66-Seelen-Ortsteil Wiesendorf. Jetzt wurde der Grundstein gelegt, im Mai könnte die Einweihung erfolgen. Marion Hirche / jul1

Das Dorf ist einer der 17 Ortsteile der Großgemeinde Kolkwitz. Jetzt bekommt der kleine Ort, der bei Krieschow liegt, ein Dorfgemeinschaftshaus. Die 66 Wiesendorfer sind darüber sehr froh.

"Kolkwitz gehört zu den wenigen Gemeinden, wo auch was für die Kleinen gemacht wird", freute sich Jürgen Schiemenz aus Limberg - der Architekt des Gebäudes. Der Kolkwitzer Bürgermeister Fritz Handrow betonte: "Vor 20 Jahren haben wir versprochen, dass kein Ort vergessen wird. Deshalb bauen wir als Gemeinde nun hier das Dorfgemeinschaftshaus." 80 000 Euro kostet das Haus, die Gemeinde stemmt diese Summe.

Ortsvorsteher Ehrenfried Piekos versenkte bei dem feierlichen Akt eine Plastehülse in die Bodenplatte, bestückt mit der aktuellen Tagesausgabe der "Lausitzer Rundschau". Zusammen mit dem Bürgermeister haben die Männer die Platte wieder verschlossen. Mit dem zukünftigen Treffpunkt für die Dorfbewohner hofft der Ortsvorsteher auf eine Belebung des Dorflebens. Er befindet sich direkt neben der Halterung für den Maibaum und in unmittelbarer Nachbarschaft zum Gerätehaus der Wiesendorfer Löschgruppe. "Für mich ist das heute ein bewegender Tag. Vielleicht wird es mit diesem Haus wieder so, wie es war, als ich noch ein Wiesendorfer Steppke war und es noch Prinz Karneval gab", betonte Ehrenfried Piekos. Seiner Stellvertreterin Rosi Schröter fielen da auch schon gute Vorhaben ein. "Ein Frühschoppen und eine Kaffeetafel für die Senioren wären denkbar. Auch ein Kinderfest könnte man organisieren und die Frauengruppe könnte wieder belebt werden." Katja und Gordon Leska aus der Nachbarschaft erlebten mit ihren Söhnen William und Vincent die Grundsteinlegung mit und meinten: "So ein Dorfgemeinschaftshaus ist doch gut, da ist man nicht mehr so wetterabhängig und vielleicht ist das ja dann auch ein Treffpunkt für unsere Söhne, wenn sie dann Jugendliche sind."

Bisher hatte Wiesendorf einen völlig runtergekommenen Treffpunkt. "In dem alten Konsum gab es keine funktionierenden Toiletten mehr. Die Wände waren feucht. Das war so schlimm, dass ich manchmal die Leute einfach in meine Wohnstube einladen wollte, da ist es immer warm", berichtet der Ortschef.

Bis zum Ende des Jahres soll die Außenhülle stehen. In den ersten Monaten des neuen Jahres soll dann der Innenausbau erfolgen. Eine Küche wird es ebenso geben, wie Toiletten und einen Veranstaltungsraum. Im April soll alles fertig sein und vielleicht wird das Haus dann am 1. Mai eingeweiht, denn die Maifeiern haben in Wiesendorf Tradition - eine der wenigen Traditionen, die sich hier noch erhalten haben.