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Kein Einzelfall

Ein Kleinkind verletzt sich an einer offenbar kaputten Bank in Sachsendorf am Kopf und muss drei Tage im Krankenhaus behandelt werden. Kein Einzelfall in Cottbus.

Bereits im vergangenen Jahr hatte ein Radfahrer die Stadt verklagt, nachdem er auf dem Bahnhofsberg an einer defekten Platte gestürzt war. Die Stadt habe den Schaden gekannt, sei aber untätig geblieben. Die Klage wurde abgewiesen.
Auf der anderen Seite, in der Stadtverwaltung, sitzen Mitarbeiter, die fein säuberlich solche Schäden dokumentieren. Im Grünflächenamt existiert beispielsweise ein dicker Ordner, der zeigt, wo Baumwurzeln Straßen und Wege zerstören. In der Schmellwitzer Straße wurden Baken als Warnung für Autofahrer aufgestellt. Im Fall des Radfahrers konnte die Stadt nachweisen, dass sie die betreffenden Stelle regelmäßig kontrolliert, registriert und den Schaden angezeigt hat. Das ist eine Art Rückversicherung für die Stadt. Schaden bekannt und davor gewarnt - mit dieser Formel kann sich die Verwaltung vor Strafe retten. Ob es allerdings im Sachsendorfer Vorfall auch so sein wird, bleibt abzuwarten. Denn die Unfall-Bank verschwand kurz nach dem Sturz des Kindes.
Fest steht jedoch: Es wird in Cottbus künftig noch viel mehr solcher Schadensfälle geben. Denn das Geld für die notwendigsten Arbeiten an Bänken, Straßen oder Bäumen reicht meistens nicht. Da bleibt nur wegräumen, sperren oder absägen - bevor das Kind in den Brunnen fällt.