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| 02:34 Uhr

Kathrin Jantke singt gern mal dreckig

Am Klavier findet Kathrin Jantke die Melodien für ihre Texte. Gern würde sie auch mehr für Kollegen schreiben.
Am Klavier findet Kathrin Jantke die Melodien für ihre Texte. Gern würde sie auch mehr für Kollegen schreiben. FOTO: Annett Igel
Cottbus. Ein süßes und saftiges Wochenende liegt vor der Cottbuserin Kathrin Jantke. Als erste singende Erdbeerkönigin erleben sie die Besucher der achten Erdbeermeile in Vetschau bei Spreewaldbauer Ricken. Noch fern vom Trubel sprach sie übers Songschreiben, über Smooth-Jazz und Ameisen. Annett Igel-Allzeit

Ihre Augen blitzen auf, sie hebt das Kinn, die weiche Stimme wird energisch: "Raus mit den Männern aus dem Reichstag!" Kathrin Jantke sollte öfter Claire-Waldoff-Songs interpretieren. Das macht ihr und den Zuhörern sichtlich Spaß.

Sie wurde 1977 in Altdöbern geboren, und dass sie eine schöne Stimme hat, fiel schon in der Schule auf. "Du musst singen, haben sie mir gesagt. So stand ich zum ersten Mal auf der Schulfestbühne." Sie hatte bereits sieben Jahre Klavierunterricht am Cottbuser Konservatorium hinter sich, als sie 1992 die Gesangsausbildung begann. Aber es braucht Geduld und Glück, sich von der Kopfstimme mit dem glasklaren Sopran zur Bruststimme vorzuarbeiten. "Mal richtig dreckig zu singen, ist eine tolle Erfahrung", gesteht Kathrin Jantke. Und sie hat etwas zu sagen. Mal sind es eigene Gefühle, mal die Geschichte einer Freundin, mal traditionelle Veranstaltungen wie die Frauenwoche, die sie zu Neuem reizen.

"Die Nacht lebt vom Lärm auf den Straßen, von dunklen Gestalten im Regen, vom blechernen Hall in den Gassen, von den Schatten, die dich umgeben." Auch Ameisen in der Wohnung sind ihr einen Song wert. Waren die Ameisen ein Zeichen, hören sie wirklich nichts, und warum lassen sie sie im Winter allein?

Mit 14 Lenzen, daran erinnert sich Kathrin Jantke, begann sie Tagebuch zu schreiben. "Ich durfte endlich reiten lernen, hatte von den Eltern meine erste Reitstunde in Papitz geschenkt bekommen. Alles, was ich dort erlebte, hielt ich im Tagebuch fest, weil ich nichts vergessen wollte." Ihr erster Freund war Musiker, spielte Gitarre in einer Band. Mit ihm gemeinsam schrieb sie die ersten Lieder. Songs wie "Ich sitze auf Bahnsteig 13". Sie gewann den MDR-Musikwettbewerb "Stimme 2000", sicherte sich den zweiten Platz bei der "Internationalen Poptrophäe" in Aachen, hatte ihre ersten Fernsehauftritte als Sängerin. Sie spielte Bar-Musik im Maritim-Hotel, bekam ein Engagement auf einem Kreuzfahrtschiff und produzierte ihr Debüt-Album "Irgendwann beginnt jeder", da war sie 30. Sie moderiert, tritt beim Karneval auf, gönnt ihrer schönen Stimme Schlagerpartys. Ihre Revue "Merci Kathrin" hatte vor vier Jahren Premiere in Mannheim und Lübeck. Und wenn Sängerinnen wie Pe Werner und Annett Louisan aus Schubladen ausbrechen, spornt sie das an, auch ihren Weg zu suchen. "Ich liebe Alben, höre sie intensiv, will wissen, was mir ein Sänger damit sagen möchte."

Musikalisch spielt sie mit Swing, Tango und Rumba, nutzt die Milonga und probiert sich im Jazz aus. "Den Smooth-Jazz mag ich besonders, er ist nicht durchweg improvisiert. Ich brauche eine Melodie, die mich trägt, mit der ich mich wohlfühle." Ihr zweites Album hat sie längst im Kopf. Und im Sommer - vom 12. bis 14. August - startet sie mit Jugendlichen im Mia-Mädchen-Projekt der Lila Villa in Cottbus einen Songwriter-Workshop.

Zum Thema:
Spreewaldbauer Ricken hat sie fast alle für die Spreewaldmeile am 6 und 7. Juni in Vetschau im Stradower Weg gewinnen können: das Duo Herzblatt, Olaf Berger, Frank Zander, Bernhard Brink, Achim Menzel, die Rockband "Six" . . . Kathrin Jantke steht am Samstag ab 16.30 Uhr auf der Bühne.