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Karte von der Einweihung des Kriegerdenkmals gesucht

Reinhard Schimke aus Hänchen sammelt Ansichtskarten und wird am Sonntag Exemplare mit regionalen Motiven zeigen.
Reinhard Schimke aus Hänchen sammelt Ansichtskarten und wird am Sonntag Exemplare mit regionalen Motiven zeigen. FOTO: Hirche/jul1
Hänchen. An diesem Wochenende wird im Kolkwitzer Ortsteil Hänchen Dorffest gefeiert. Los geht es um 19 Uhr am Sonnabend auf dem Festplatz mit der Eröffnung des Bierbrunnens und mit dem Tanzabend ab 21 Uhr mit "nAund". jul1

Am Sonntag geht es ab 10.30 Uhr weiter. Eine der Höhepunkte wird eine Ansichtskartenschau sein. Der Hänchener Reinhard Schimke zeigt mehr als 50 historische Postkarten mit regionalen Ansichten aus seiner umfangreichen Sammlung. "Da werden unter anderem Karten mit Motiven von Klein und Groß Oßnig, von Kolkwitz, Kunersdorf, Siewisch, Sachsendorf, Koschendorf, Kiekebusch, Leuthen und natürlich Hänchen zu sehen sein. Von meinem Heimatdorf sind es allein mehr als zehn Ansichten", verrät der Sammler.

Nach Motocross ist das Ansichtskartensammeln die zweite Leidenschaft des 68-Jährigen. Vor 35 Jahren hat er damit begonnen. Spezialisiert hat er sich auf Karten von der großen Völkerschlacht 1813. "Ich habe großes Interesse an Geschichte und im Besonderen an der Schlacht von damals. In meinem Besitz sind mehr als 1000 Karten zu diesem Thema. Viele stammen aus dem Jubiläumsjahr 1913, aber auch zwischendurch gab es immer wieder Neuerscheinungen", berichtet Reinhard Schimke. Der Hänchener fährt regelmäßig zu Börsen in Berlin und Dresden. Zudem wälzt er dicke Kataloge, die extra für Sammler herausgegeben werden. Alle Karten hat der ehemalige Berufskraftfahrer fein säuberlich in Alben untergebracht.

Die regionalen Karten hat er in Verbundenheit zu seiner Heimat mitgesammelt. "Ich habe dadurch auch Vieles über die Geschichte gelernt. So habe ich durch Karten erfahren, dass es früher drei Hänchen gab: eins hier, eins bei Lübbenau und eins in Schlesien", erzählt der Sammler. Anhand der Karten hat Reinhard Schimke erfahren, dass der Wasserturm mal zu Gaglow gehörte, wie die alte Schule in Glinzig aussah, dass vor dem Böhmischen Rasthof einst eine große Eiche stand, dass es in Kolkwitz ein Haus der Jugend gab, wie schmuck die Leuthener "Bergschänke" zu ihren Blütezeiten Anfang des 20. Jahrhunderts aussah und dass ein Patient aus dem Lazarett, das sich im Gut Weinberg in Hänchen befand, von einer schrecklichen Einöde ringsherum sprach. Bemerkenswert ist, dass einige Karten aus Kolkwitz Frauen in wendischer Tracht zeigen. Die Hauben weisen auf die Nähe zu Cottbus hin.

Bei einer Postkarte ist der 68-Jährige bis heute noch nicht bezüglich des Aufnahmeortes fündig geworden: Gezeigt wird die Ludwigsmühle. "Ich weiß nicht, wo die gewesen ist, aber vielleicht weiß ja ein Leser mehr darüber", hofft Schimke. Und er hat noch eine weitere Hoffnung: "Mir fehlt noch die Hänchener Karte von der Einweihungsfeier des Kriegerdenkmals Anfang des 20. Jahrhunderts in unserem Ort. Da war sogar mein Opa dabei. Einmal hat mir auf einer Börse ein Käufer diese Rarität vor der Nase weggeschnappt."

Am Sonntag werden die Schimke-Karten im A4-Format zu sehen sein. Jürgen Mönch, Feuerwehrchef in Hänchen, hatte die Idee zu dieser Ausstellung. Er wusste von der Sammelleidenschaft des Motorsportfans und hat mit ihm zusammen die mehr als 50 Exemplare ausgesucht, die gezeigt werden. Diese wurden kopiert und vergrößert, sodass sie am Sonntag gut erkennbar sind. Danach wandern sie in das Hänchener Archiv.

Festbesucher sollten sich am Sonntagvormittag aber auch nicht die Show "Hänchener Sommergarten" mit dem Hänchener Männerballett, den Branitzer Blasmusikanten und vielen Laienkünstlern des Ortes entgehen lassen. Auf die Kinder wartet ein Spielzentrum mit einer Riesenhüpfburg.