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| 15:50 Uhr

Kolkwitz
Döberner Clowns lassen Bälle fliegen und tanzen zum Sieg

Die Männer aus Golßen treten als Orientvertreter auf  und lassen in Kolkwitz einen Teppich schweben.
Die Männer aus Golßen treten als Orientvertreter auf  und lassen in Kolkwitz einen Teppich schweben. FOTO: Marion Hirche
Kolkwitz. Elf Gruppen starten beim 24. Männerballettturnier des Karneval Verbandes Lausitz in Kolkwitz.

„Kolkwitz ist nur einmal im Jahr“, intonierten  mehr als 500 Karnevalisten am Samstagabend zu vorgerückten Stunde en­thusiastisch. Zum 24. Mal trafen sich Teams aus Lausitzer Karnevalsvereinen zum Männerballettturnier. Fast 150 Tänzer aus Calau, Kolkwitz, Forst, Golßen, Großräschen, Mittenwalde, Groß Düben, Uhyst, Cottbus, Döbern und Neupetershain waren dabei.

Insgesamt elf Gruppen boten den rund 400 Zuschauern einen unterhaltsamen Abend. Vom Niveau her war es eins der besten  Männerballettturniere in Kolkwitz überhaupt, sodass der Präsident des Karneval Verbandes Lausitz (KVL) Matthias Schulze am Ende begeistert meinte: „Das war ein Riesen-Sprung im Vergleich zum Vorjahr“. In der Tat boten fast alle Teams überzeugende spritzige Tänze mit interessanten artistischen Elementen und tollen Kostümen. Allesamt waren aufwendig passend geschminkt.

Flott setzen die Calauer einen Streit um die einzige Frau in der Gaststätte in Szene, zertrümmerten dabei in Stuntman-Manier einen Tisch.  Die Kolkwitzer kamen als Erbauer der Berliner Mauer daher, die dann von Grenzschützern bewacht wurde und am Ende durch den nach Freiheit schauenden David Hasselhoff durchbrochen wurde.  Die Forster Männer präsentierten sich als griechische Säulen und wandelten sich zu bezaubernden Heleninnen. Die Golßener traten als Orientvertreter  mit einem fliegenden Teppich an und heimsten dafür den Pokal „Nur einer war besser“ ein.

Von den Back Street Boys verwandelten sich die Großräschener Tänzer in Teletubbies, die Mittenwalder ließen bei „Stars Wars“ Fanherzen höher schlagen. Die Gäste aus dem sächsischen Groß Düben avancierten zu den Publikumslieblingen mit ihrer Charlie-Chaplin-Darbietung, einschließlich einer aus der Geburtstagstorte springenden Marilyn Monroe. Dafür erhielten sie einen erstmals für diese Kategorie verliehenen Pokal. Auch als einer der Tänzer während der Aufführung seine Hose verlor, tanzte er – ganz Profi – im Slip weiter, als ob nichts geschehen ist. Der Jubel der Zuschauer war ihnen gewiss.

Die Uhyster kamen als Römer, die wie immer von Asterix und Obelix besiegt wurden. Die Narrenweiber aus Cottbus zeigten, wie eine einsam gestartet Geburtstagsparty doch noch zu Hochform auflaufen kann. Die Döberner hatten in ihrer Clownstruppe sogar einen Balljongleur in ihren Reihen. Ihre ganz unterschiedlichen Clownsfiguren, bis hin zum Klassiker mit roter Nase und großen Schuhen, waren die Teilnehmer nicht nur toll geschminkt, sondern auch tänzerisch rockig in Form. Der Sieg war ihnen nicht zu nehmen. Präsident  Wieland Wagner jubelten mit seinen Männern: „Den Sieg haben wir unserer Trainerin Tine Dräger zu verdanken. Die scheucht uns immer ganz schön. Ich mit über 50 bin nach dem Training immer total fertig“. Die Neupetershainer erzählten tänzerisch das Märchen „Die Schöne und das Biest“.

Atemberaubend war die Idee, Gegenstände mit menschlichen Körpern darzustellen: So machten die Großräschener aus Männern eine sich bewegende Uhr mit großen Zeigern, und die Döberner bauten aus Körpern einen „Hau den Lukas“. Ein schöner Abend, den auch Melanie Wudi von der Interessengemeinschaft Cottbuser Carneval genoss: „Wir waren zwar nicht dabei, aber für mich als Tanztrainerin war es ein reich gedeckter Tisch an Ideen. Ein guter Abend, super von den Kolkwitzern organisiert.“ Viele der Karnevalisten werden sich am Freitag bei der Aufzeichnung der Karnevalsgala „Heut’ steppt der Adler“ in der Cottbuser Stadthalle wiedersehen.

(jul)