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Karl und Franz warten auf Gäste

Karl Dubrau (r.) und Bernd Franz an den Mahlsteinen der Turnower Mühle. Beide übernehmen jeweils donnerstags im Wechsel die Führungen.
Karl Dubrau (r.) und Bernd Franz an den Mahlsteinen der Turnower Mühle. Beide übernehmen jeweils donnerstags im Wechsel die Führungen. FOTO: Hirche/jul1
Turnow. Die Turnower Mühle mausert sich zur Touristenattraktion. Mit dem angebauten Silo hat das Bauwerk auch eine Besonderheit unter den im Land Brandenburg noch vorhandenen Mühlen aufzuweisen. Marion Hirche / jul1

Davon können sich Besucher jetzt erstmals in der Saison bei regelmäßigen Führungen überzeugen. Jeden Donnerstag von 14 bis 18 Uhr ist das historische Gebäude für Neugierige empfangsbereit. Führungen werden durch Müller Karl Dubrau und Hobbymüller Bernd Franz durchgeführt.

"Da mein Cousin Ernst Dubrau aus gesundheitlichen Gründen die Besichtigungsrundgänge nur noch sehr selten durchführen kann, deshalb die Mühle 2012 in die Hände seines Sohnes Steffen übergeben hat und ich vom Fach bin, habe ich jetzt die Info-Touren übernommen", berichtet Karl Dubrau, der 67-jährige Verwandte des Mühleninhabers Steffen Dubrau. Er selbst hat ebenfalls das Mühlhandwerk gelernt, hat in der Tranitzer Mühle gearbeitet und war nach deren Abbaggerung in Cottbus-Madlow und in verschiedenen Mühlen in Dresden tätig. Jetzt im Seniorenalter widmet er sich nun der Familien-Mühle.

Unterstützung bekommt er dabei von Bernd Franz. Der Drehnower hat sich die Müllerei zum Hobby auserkoren. Gemeinsam mit seiner Frau Barbara ist er Mitglied im Mühlenverein geworden und hat zahlreiche Führungen mitgemacht. Heute weiß er genau, wie die Gerätschaften in den vier Etagen des Kegelbaus funktionieren. Er kann das Becherwerk in Bewegung setzen, erklärt, wie der Steinkran die Mühlsteine zum Zweck der Reinigung auseinander hebt und wie der historisch wertvolle Mühlenfahrstuhl nach wie vor funktioniert. "Ich habe viel gelesen, habe vieles aufgeschrieben und auswendig gelernt", sagt der Drehnower, der mit eigenen Führungen zum Mühlentag am Wochenende gestartet ist. Natürlich trug er dabei auch Müllerkleidung inklusive Schiebermütze. Dabei berichtete er über die Geschichte der Turnower Mühle, verriet, wann hier die Flügel abhandengekommen sind. Selbst seinen 70. Geburtstag hat er hier kürzlich gefeiert. "Mein Enkelsohn ist am gleichen Tag fünf Jahre alt geworden, und so haben wir 75. Geburtstag gefeiert. Anton hat sich natürlich für die klappernden Teile hier sehr interessiert".

An diesem Donnerstag, 8. Juni, hat Bernd Franz in der Turnower Sehenswürdigkeit Dienst. Er freut sich auf viele Wissbegierige, die kennenlernen wollen, wie Korn zu Mehl gemahlen wird. Natürlich sind Familien besonders gern willkommen. Der Nachwuchs kann dann auch noch den Spielplatz, der durch den Mühlenverein geschaffen wurde, nutzen. Die Mühle liegt direkt am Gurkenradweg Cottbus - Maust - Peitz -Badesee Garkoschke -Drehnow -Burg.