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| 14:38 Uhr

Konzert in Turnow
Kapellen der 70er und 80er spielen nochmals zum Tanz

Seit 43 Jahren auf den Bühnen der Niederlausitz: Die „Rollys“ mit Dietmar Wetzke am Bass (vorn rechts).
Seit 43 Jahren auf den Bühnen der Niederlausitz: Die „Rollys“ mit Dietmar Wetzke am Bass (vorn rechts). FOTO: Georg Zielonkowski
Nachdem bereits 2009 und 2013 sich die vier in Turnow beheimateten Tanzkapellen der 70er und 80er Jahre ihrem Publikum bei einer gemeinsamen Veranstaltung vorstellten und zum Tanz aufspielten, findet nun am kommenden Samstagabend, 30. Juni, das dritte Tanzmusikfest auf dem Turnower Sportplatz statt.

Die RUNDSCHAU sprach vorab mit Cheforganisator und Mitglied der „Rollys“, Dietmar Wetzke.

Herr Wetzke, heute ist es schwer vorstellbar, dass es in einem Dorf derart viele Musiker gibt, die in der gleichen Musikrichtung zu Hause sind. Wie kam es damals zur der Vielzahl von Tanzkapellen?

Ich glaube, dass es daran lag, dass man selbst musizieren musste, wenn man die im Radio gehörten Titel hören wollte. Schallplatten, geschweige Kassetten oder CDs der angesagten Bands gab es ja nicht. Als wir uns als die „Rollys“ 1975 gegründet haben, fanden das einige andere Jugendliche toll und versuchten sich selbst. Überwiegend waren wir alle keine Musikschüler sondern haben uns die Griffe und Tastaturfolgen selbst angelernt. Obwohl sich hier und da überall Bands gegründet haben, galt Turnow tatsächlich als Hochburg der Beat-Szene.

Obwohl ja spätestens in den 90ern die Discotheken den Markt der Tanzveranstaltungen total eroberten, haben die Turnower Musikanten ihre Instrumente nicht enttäuscht in die Ecke geworfen, sondern ihnen hin und wieder altbekannte Klänge entlockt. War es schwer, die Jungs zu den Tanzfesten zu mobilisieren, oder war man froh, endlich wieder mal vor Publikum zu spielen?

Eigentlich musste niemand großartig überredet werden, obwohl manchen Musiker hier und da inzwischen ein Zipperlein plagt. Aber wenn ich von uns Rollys ausgehe, dann spielen wir ja nicht nur bei unserem Tanzfest, sondern wir werden auch hier und da für den Fastnachtstanz gebucht. Auch bei den Dorffesten, beispielsweise in Bärenbrück treten wir auch regelmäßig auf. Wir bleiben also in der Übung.

Was erwartet die Gäste nun beim 3.Treff der Rocker früherer Jahre?

Wir werden wieder ein Riesenzelt aufbauen. Die Videowand, auf der man die Musiker ganz nah sieht und ihnen auf die Finger schauen kann, hat sich bewährt und wird wieder installiert. Natürlich gibt es reichlich Stände für Speis und Trank. Ich bin mir sicher, dass die Stimmung nicht zu kurz kommt.

Welches musikalisches Spektrum bieten die einzelnen Kapellen?

„Semat“ spielt vorwiegend Titel aus der Ära der Neuen Deutschen Welle, während „Elektrostudio 4“ Oldies im Programm hat. Deutsche Titel werden wir von den „Beromas“ hören und wir „Rollys“ können aus dem Reservoire von rund 50 Titeln schöpfen. Von den CCR-Titeln bis zu den Stücken der Kinks und Lords ist alles dabei. Jede Band wird eine Stunde lang spielen, bevor die nächste Kapelle an der Reihe ist. Den Abschluss bildet dann der gemeinsame Auftritt, wenn wir alle gemeinsam „An Tagen wie diesen“ von den „Toten Hosen“ zu Gehör bringen.

Mit Dietmar Wetzke sprach
Georg Zielonkowski