ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:46 Uhr

Kommunalpolitik
Abberufene Amtsdirektorin tritt bei Bürgermeisterwahl an

 Petra Krautz kandidiert als Bürgermeisterin von Burg.
Petra Krautz kandidiert als Bürgermeisterin von Burg. FOTO: Kerstin M“bes
Burg. Kandidatur von Petra Krautz in Burg sorgt für Kritik.

Die ehemalige Burger Amtsdirektorin Petra Krautz tritt bei der Bürgermeisterwahl als Kandidatin an. Sie selbst ist davon überzeugt, über einen entsprechenden Rückhalt in der Bevölkerung zu verfügen, wie sie gegenüber der RUNDSCHAU betont. Kritik kommt prompt von der Wählergemeinschaft „Gemeinsam für Burg“. Krautz’ Klage gegen ihre Abberufung als Amtsdirektorin wird am 21. Mai vor dem Verwaltungsgericht in Cottbus verhandelt.

Laut Klageschrift, die dem Amt Burg vorliegt, fordert Petra Krautz die Fortsetzung des Beamtenverhältnisses, weil es beim Abwahlverfahren drei Fehler formaler Art gegeben haben soll: So sei die reguläre Reihenfolge der Tagesordnungspunkte nicht eingehalten worden, die Abwahl sei nicht geheim erfolgt und zwei der Ausschussmitglieder seien befangen gewesen. Die mündliche Verhandlung beginnt um 11 Uhr.

Unabhängig von diesem Verfahren tritt Petra Krautz bei der Bürgermeisterwahl am 26. Mai als Kandidatin der Wählergruppe „Bündnis für Burg“ an. „Ich bin in Burg geboren, habe viele Jahre in der Amtsverwaltung gearbeitet und auch an der positiven Entwicklung von Burg mitgewirkt“, sagt sie. Ihre Konkurrenten um das Ehrenamt sind die derzeitige Amtsinhaberin Ira Frackmann (CDU) sowie Hans-Jürgen Dreger.

Aus Sicht des Wahlleiters Christoph Neumann erfüllt Petra Krautz laut Kommunalwahlgesetz alle Bedingungen, um kandidieren zu können. Die Frage nach der Vereinbarkeit von Amt und Mandat verbiete nicht grundsätzlich die Kandidatur. Erst im Fall einer erfolgreichen Wahl müsse sich der Bewerber entscheiden, ob  er die Wahl annimmt und gegebenenfalls das Dienstverhältnis aufgibt. „Da Frau Krautz zurzeit in keinem Dienstverhältnis zum Amt Burg steht, stellt sich die Frage jedoch nicht“, so Neumann. Er stellt klar: „Eine Nichtzulassung, weil ihre Wahl eventuell von politischen Mitbewerbern angezweifelt werden könnte, wäre hingegen rechtswidrig gewesen.“

Ganz offensiv gegen die Kandidatur positioniert sich die Wählergemeinschaft „Gemeinsam für Burg“. In einer Anzeige in der aktuellen Ausgabe der Burger Spreewald-Zeitung wird darauf verwiesen, dass Petra Krautz während ihrer Amtszeit angeblich „eigenmächtig“ Unternehmen von der Zahlung der Fremdenverkehrsabgabe befreit haben soll. Der Schaden für das Amt wird mit 1,3 Millionen Euro beziffert. Die Gemeindevertretung und der Amtsausschuss haben ihr das Vertrauen entzogen, heißt es weiter.

Petra Krautz selbst weist die Anschuldigungen zurück, die aus ihrer Sicht „aus dem Zusammenhang gerissen“ und „unsachlich dargestellt“ seien.

 Petra Krautz kandidiert als Bürgermeisterin von Burg.
Petra Krautz kandidiert als Bürgermeisterin von Burg. FOTO: Kerstin M“bes
(sha)