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| 15:41 Uhr

Wahlforum der RUNDSCHAU
Kandidaten diskutieren über Brache

Cottbus. Die Fläche am Blechen Carré wird die Cottbuser Politik auch nach der Wahl umtreiben.

Eine Aufgabe für das künftige Stadtparlament steht bereits fest. Die Mitglieder werden sich mit der Brachfläche am Blechen Carré befassen, welcher Partei sie auch angehören. Das hat sich in dieser Woche bei der Diskussionsrunde der RUNDSCHAU mit acht Kandidaten für die Kommunalwahl gezeigt.

Wolfgang Bialas (CDU) beteuerte: „Alle Stadtverordneten wollen, dass die Brachfläche verschwindet.“ Für den Beginn des nächsten Jahres rechne er mit einer Entscheidung des Finanzinvestors, der hinter dem Projekt steckt.

Zwei Kandidaten sehen die Ursache des Problems in der Vergangenheit. Felix Sicker (FDP) erinnerte in der Gesprächsrunde daran, dass die parteilose Karin Rätzel im Jahr 2002 nach der Stichwahl gegen den CDU-Mann Markus Derling mit einer Mehrheit von 66 Prozent der abgegebenen Stimmen als Oberbürgermeisterin ins Cottbuser Rathaus gezogen war. „Das war ein Fehler“, sagte Felix Sicker. Die Folgen dieser Wahl seien bis heute in der Innenstadt zu sehen.

Investiton verhindert

Ähnlich äußerte sich Hans-Joachim Weißflog (Bündnis 90/Die Grünen). Karin Rätzel habe einst schließlich die geplante Investition in ein ECE-Zentrum verhindert, das die Fläche am zweiten Bauabschnitt einbeziehen sollte. „Die Brache am Blechen Carré ist das Ergebnis der ersten Cottbuser Protestwahl“, sagte er.

Der Kandidat von Unser Cottbus, Frank Mittag, kritisierte wiederum „etliche handwerkliche Fehler“. Nach seinen Worten hätte ein vorhabenbezogener Bebauungsplan den Investor „mehr in die Pflicht genommen“. Für Frank Mittag steht fest: „Er will einfach nur raus aus der Nummer und den Preis hochtreiben.“

Matthias Loehr (Die Linke) gab zu bedenken: Es werde „sehr, sehr schwer, jetzt an das Grundstück heranzukommen“. Er plädierte dafür, die möglichen Vorschläge des künftigen Stadtparlaments den Einwohnern von Cottbus zur Abstimmung vorzulegen.

Als „unglücklich“ bezeichnete unterdessen Georg Simonek (AfD) einen Antrag von SPD und Linken. Im Februar dieses Jahres hatten sie vorgeschlagen, Gespräche mit dem Investoren aufzunehmen, die auch einen möglichen Rückkauf des Geländes zum Inhalt haben könnten. Ihr Antrag lautete damals im Wortlaut: „Aufnahme von Verhandlungen mit dem Eigentümer des Baugrundstücks Stadtpromenade Blechen Carrè Erweiterungsbau mit dem Ziel des Kaufes dieses Grundstücks“. Georg Simonek sagte: „Natürlich muss die Brache weg.“ Doch der Antrag habe die Verhandlungsposition der Stadt geschwächt.

Diskussion in der Stadt

Ihm widersprach Gunnar Kurth (SPD). „Wir fanden, dass über die Brache zu sprechen ist“, erklärte er. „Es gab ja danach auch eine Diskussion in der Stadt.“ Ein Rückkauf sei nicht das eigentliche Ziel des Antrags gewesen. Vielmehr habe die Priorität bei den Gesprächen mit dem Investor gelegen.

Einen Vorschlag unterbreitete Heiko Selka (AUB) in der Gesprächsrunde: Er könne sich vorstellen, dass ein Labyrinth als Attraktion für Besucher auf der Brache entsteht.

 Zum Wahlforum hatte die RUNDSCHAU in dieser Woche ins Cottbuser Medienhaus eingeladen.
Zum Wahlforum hatte die RUNDSCHAU in dieser Woche ins Cottbuser Medienhaus eingeladen. FOTO: Michael Helbig