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| 16:45 Uhr

Kommunalwahl in Cottbus
Wahl-Umfrage: Strukturwandel als Chance

 Die Kommunalwahl findet am Sonntag statt.
Die Kommunalwahl findet am Sonntag statt. FOTO: LR / Janetzko, Katrin
Cottbus. Die RUNDSCHAU hat den Parteien und politischen Vereinigungen, die zur Wahl für die Cottbuser Stadtverordnetenversammlung antreten, auf den Zahn gefühlt und sechs Fragen gestellt. Heute: Wo sehen Sie die größte Herausforderung für Cottbus im Strukturwandel?

Hans-Joachim Weißflog (Bündnis 90/Die Grünen)

Spitzenkandidat Wahlkreis 2: Cottbus-Mitte/Ströbitz

„Der Strukturwandel ist eine große Entwicklungschance für Cottbus. Er ermöglicht die Förderung von kommunalen Initiativen, um die Attraktivität unserer Stadt maßgeblich zu steigern.

 Hans-Joachim Weißflog (Bündnis 90/Die Grünen)
Hans-Joachim Weißflog (Bündnis 90/Die Grünen) FOTO: Bündnis 90/Die Grünen / Marlies Kross

Eine große Herausforderung sehen wir in der Vorbereitung und Entwicklung von kommunalen und Infrastrukturprojekten für die Entwicklung der Zivilgesellschaft in Cottbus, damit Strukturwandelfördermittel schnell projektbezogen genutzt werden können. Eine zweite, noch größere Herausforderung wird die Begeisterung von Fachkräften, Wissenschaftlern und Studenten sein, um hier eine berufliche und eine Bildungszukunft zu finden. Dafür brauchen wir ein: Gutes Klima für Cottbus!“

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Barbara Merz (FDP)

  Barbara Merz (FDP)
Barbara Merz (FDP) FOTO: privat

Wahlkreis 1: nördliche Ortsteile

„Cottbus und Spree-Neiße müssen mit einer gemeinsamen und weit hörbaren Stimme sprechen. Wenn weiterhin nur jeder auf seinen Kirchturm schaut, dann wird in Berlin und Potsdam entschieden, welche Projekte umgesetzt werden. Wir bilden eine gemeinsame Wirtschaftsregion, die nur zusammen weiterentwickelt werden kann. Nur so kann es gelingen, auch in Zukunft attraktiv zu sein für große Unternehmen mit hohem Lohnniveau. Besonders wichtig wird es sein, die Infrastruktur (Straße, Schiene, Breitband, Mobilfunk) auszubauen, um als Standort attraktiver zu werden.“

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Andreas Rothe (SPD)

 Andreas Rothe (SPD)
Andreas Rothe (SPD) FOTO: Fotoatelier Goethe

Wahlkreis 2: Cottbus-Mitte/Ströbitz

„Die Größte Herausforderung für Cottbus ist der drohende Verlust von Wirtschaftskraft und Arbeitsplätzen. Hier liegt die wichtigste Aufgabe der Politik: Zur Vermeidung von Abbau und Abwanderung ist zunächst der Bestand in der Wirtschaft zu sichern, und die Einwohner müssen in Cottbus gehalten werden. Danach folgt der Einsatz für neue Unternehmen, Arbeitsplätze und Zuzug.

Die realen Bedingungen sind in Cottbus recht gut, darauf kann man aufbauen. Es gibt Gewerbe-/ Bauflächen, und die Mieten sind im Vergleich zu Berlin gut. Die Infrastruktur nach Cottbus muss verbessert werden.

Unternehmen und Menschen müssen nach Cottbus wollen! Dafür ist das Image dringend zu verbessern.“

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Bernd Müller (SUB)

Wahlkreis 1: nördliche Ortsteile

 Bernd Müller (SUB)
Bernd Müller (SUB) FOTO: privat

„Die größte Herausforderung ist sicherlich die Ansiedlung von Industrie und produktivem Gewerbe in der Stadt. Die Menschen sollten nicht nach Berlin pendeln müssen, um arbeiten zu können. Um diesen Trend aufzuheben oder gar umzukehren, muss Cottbus attraktiver werden.

Die bei der EGC angelegte Wirtschaftsförderung hat unserer Meinung nach versagt. Stattdessen sollte die Verantwortung dafür beim Oberbürgermeister gebündelt und ihm dieser Bereich direkt unterstellt werden. Dafür wurde er gewählt und daran soll er sich auch messen lassen.“

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Matthias Loehr (Die Linke)

 Matthias Loehr (Die Linke)
Matthias Loehr (Die Linke) FOTO: privat

Wahlkreis 1: nördliche Ortsteile

Fachkräfte ausbilden, anwerben und sichern: Da wir auf absehbare Zeit weiterhin weniger Geburten als Sterbefälle haben werden, benötigen wir Zuzug und können uns keine weitere Abwanderung leisten. In enger Kooperation zwischen Verwaltung, Wirtschaft, Schule und Universität muss mehr dafür getan werden, damit junge Menschen um die Möglichkeiten und Chancen auf dem hiesigen Arbeitsmarkt wissen und hierbleiben.

Wir brauchen ein gesellschaftliches Klima der Weltoffenheit und Toleranz, damit Menschen aus anderen Regionen gern zu uns in die Lausitz kommen und hier bleiben.

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Hagen Strese (CDU)

 Hagen Strese (CDU)
Hagen Strese (CDU) FOTO: CDU Cottbus / UlfGereke@web.de

Wahlkreis 1: nördliche Ortsteile

„Der Strukturwandel muss hier in der Region mitgestaltet werden.

Wichtig sind dafür die Schaffung von Industriearbeitsplätzen, neue Unternehmensansiedlungen & die Einbeziehung der BTU Cottbus-Senftenberg.

Doch auch die bestehenden Unternehmen müssen gefördert werden, sodass sie sich erweitern können.

Wir haben TIP, das größte noch teilweise freie Gewerbegebiet Brandenburgs. Eine Anbindung an die A15 & A13 ist dringend erforderlich. Die Region muss auch führend im Bereich kombinierter Verkehr zwischen Schiene & Straße sein.

Der zweigleisige Ausbau nach Berlin ist notwendig!

Wir müssen der Jugend in der Region eine Perspektive bieten.“

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Jürgen Siewert (Unser Cottbus)

Wahlkreis 4: Sandow und südliche Ortsteile.

 Jürgen Siewert (Unser Cottbus)
Jürgen Siewert (Unser Cottbus) FOTO: Unser Cottbus! / privat

„Bei einem Kohleausstieg hat Cottbus nur eine Chance, wenn es uneigennützig und frei von Neid das industriell direkt betroffene Umland unterstützt. Dort arbeiten die Menschen „in der Kohle“, die in Cottbus wohnen und Geld ausgeben. In Cottbus selbst gibt es so gut wie keine braunkohlegestützte Industrie, die einem Strukturwandel zum Opfer fallen könnte. Nur wenn es dem Umland gut geht, geht es auch Cottbus gut.

Die größte Herausforderung besteht bei den Einzelentscheidungen, den Anderen im langfristigen eigenen Interesse den Vortritt zu lassen. Das geht nur gemeinsam mit allen, die davon betroffen sind. Vorrang hat das gemeinsame Ziel, nicht das Ego.“

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Torsten Kaps (AUB)

 Torsten Kaps (AUB)
Torsten Kaps (AUB) FOTO: privat

Wahlkreis 1: nördliche Ortsteile

„Cottbus muss den Strukturwandel zunächst als Chance begreifen, sich als moderne Stadt und innovativer Wissenschafts- und Wirtschaftstandort neu zu positionieren. Mit den in Aussicht gestellten Mitteln sind die Erfolgsaussichten gestiegen. Um diesen Prozess effektiv zu begleiten und zu gestalten, muss es eine klar erkennbare Ansprech-, Begleit- und Umsetzungsstruktur geben. WIL, WRL, IRL, EGC – wer macht eigentlich was und machen nicht viele das Gleiche? Diese ganzen Kompetenzen sollten gebündelt werden und eine klare Hierarchie aufweisen. Das gilt auch für die Stadt ... Eine schnelle und unkomplizierte Bearbeitung und Bescheidung von Anliegen der Unternehmen muss Standard werden.“

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Klaus Groß (AfD)

Wahlkreis 2: Cottbus-Mitte/Ströbitz

 Klaus Groß (AfD)
Klaus Groß (AfD) FOTO: privat

„Sollte die energetische Verwertung von Kohle, um Strom und Wärme daraus zu gewinnen, überstürzt beendet werden, dann hat nicht nur Cottbus ein Problem. Circa 20 000 bis 30 000 gut bezahlte Arbeitsplätze, welche es dann nicht mehr gäbe, hätten nicht vorstellbare Auswirkungen auf das Lebensniveau, die Kaufkraft, bis hin zum Theater- und Stadthallenbesuch. Cottbus und das Umland brauchen Industriearbeitsplätze mit hoher Wertschöpfung vor Ort. Wir fordern die Schaffung einer Sonderwirtschaftszone mit den Kernstücken: steuerliche Anreize für Unternehmer, ein Investitionsbeschleunigungsgesetz. Vergessen Sie den Unfug in mancher Argumentation der Linken:  Sonderwirtschaftszone bedeute Schaffung eines Niedriglohnsektors.“

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