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| 10:26 Uhr

Einstiger Tagebau wird zu Brandenburgs größtem See
Kaimauerbau für Ostsee gerät in Verzug

 Die Spundwand für die Kaimauer am Ostsee-Hafen ist fertiggestellt.
Die Spundwand für die Kaimauer am Ostsee-Hafen ist fertiggestellt. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Die Arbeiten am Hafendamm lagen bislang immer im Plan. Nun gibt es bei der Betonlieferung Riesenprobleme. Von Peggy Kompalla

Im Juli 2018 setzte Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) den ersten Rammschlag auf der Baustelle für die Ostsee-Kaimauer. Seither ist viel passiert. Die Arbeiten am künftigen Hafendamm gingen zügig voran. Doch nun geraten sie unverhofft ins Stocken. Darüber hat Alice Kunze aus dem Baudezernat die Abgeordneten des Wirtschaftsausschusses in dieser Woche informiert. Demnach summiert sich der Verzug auf bis zu acht Wochen.

Die Spundwand für den 831 Meter langen Hafendamm steht. Derzeit werden noch die Verankerungen gesetzt. Zeitgleich sollte es mit der Betonierung in die Vollen gehen. Doch von den 71 Segmenten sind Alice Kunze zufolge bislang nur sieben Stück verfüllt. „Es haben sich unerwartet Schwierigkeiten bei der Bewehrung ergeben“, berichtet die Fachbereichsleiterin. „Das Flechten der Körbe war in der Praxis schwieriger als erwartet.“ Dieses Hindernis habe die Baumannschaft mittlerweile im Griff.

Viel mehr ins Kontor schlage etwas anderes. „Die letzte Betonlieferung ist bei der Güteprüfung durchgefallen“, erklärt Alice Kunze den Abgeordneten. Das Material benötigt im Wasserbau eine besonders hohe Güte. Diese Werte habe der gelieferte Beton allerdings nicht erreicht und konnte deshalb nicht verwendet werden. „Das hat uns Riesenprobleme bereitet, und wir haben sofort im Anschluss den Lieferanten gewechselt“, berichtet die Fachfrau und fügt im nächsten Atemzug an: „Wir haben großes Glück, dass wir schnell einen neuen Anbieter gefunden haben.“ Der Bauablauf sei bereits angepasst worden.

Nichtsdestotrotz schlagen die Probleme mit sieben bis acht Wochen Verzug bei den Betonierungsarbeiten zu Buche. „Wir haben den Bauverzug bereits bei der Leag angezeigt.“ Das Bergbauunternehmen ist bei dem Bauvorhaben ein Partner der Stadt. Die Leag ist nach der Auskohlung des Tagebaus für die Renaturierung verantwortlich und damit auch für die Verwandlung des ehemaligen Tagebaus Cottbus-Nord in den Ostsee.

Der Aushub des Hafenbeckens ist Alice Kunze zufolge von März bis Mai geplant. Bis Mitte des Jahres soll die Kaimauer nach bisherigen Plänen fertiggestellt sein. Die Kosten belaufen sich nach Angaben der Stadt auf rund 6,4 Millionen Euro.

Die Leag holt ihrerseits ebenfalls wichtige Arbeiten nach. Nachdem das Einlaufbauwerk bei Lakoma im Oktober 2018 fertiggestellt worden war, musste eine eingehende Funktionsprobe des Bauwerks wegen des niedrigen Pegels der Spree verschoben werden. Seit Dienstag läuft Wasser in den Ostsee. Das Schauspiel lockt dieser Tage viele Besucher an. Allerdings wird die Erprobung nach Auskunft des Unternehmens am Montag abgeschlossen und damit auch der Wasserhahn wieder zugedreht.

Wann die Flutung des Ostsees offiziell beginnen kann, bleibt bislang offen. Das zuständige Landesbergamt will nach eigenen Informationen im ersten Quartal 2019 eine Entscheidung darüber fällen.

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