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Kahren punktet mit Vereinsleben

Die Jury unter Leitung von Thomas Bergner (4.v.l.) informiert sich über die Entwicklung des Ortsteils.
Die Jury unter Leitung von Thomas Bergner (4.v.l.) informiert sich über die Entwicklung des Ortsteils. FOTO: Elsner
Cottbus. Außerdem beteiligen sich Döbbrick, Willmersdorf, Schlichow, Skadow und Groß Gaglow am Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft". Ulrike Elsner

Kahren kann im Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" punkten. Beim gestrigen Rundgang hat der Ortsteil im Cottbuser Osten der Jury unter Leitung von Ordnungsdezernent Thomas Bergner (CDU) bewiesen, dass sich seine Bürger den künftigen Herausforderungen stellen.

Kahren ist einer von sechs ländlich geprägten Stadtteilen, die sich am Vorentscheid zum 10. Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" beteiligen. Den Auftakt hatte Döbbrick in der vergangenen Woche gegeben. Außerdem wetteifern Willmersdorf, Schlichow, Skadow und Groß Gaglow um die Plätze. "Mitte Oktober erfolgt die Auswertung", informiert Thomas Bergner. In der Novembersitzung der Stadtverordnetenversammlung soll die Siegerehrung für die drei Bestplatzierten stattfinden. Der Gewinner zieht außerdem in den Landeswettbewerb.

Feuerwehr, Bürgerverein, Sportverein, Chor, Anglerverein - die Liste der Akteure, die sich für ein vielfältiges soziales und kulturelles Leben engagieren, ist lang. Das Bürgerzentrum ist ein beliebter Treffpunkt. Die Turnhalle im hinteren Gebäudeteil kann sogar zum Festsaal umgebaut werden, erläutert Bürgervereinsvorsitzender Stefan Henke. Kahren habe ein überaus reiches Veranstaltungsleben. Das reicht vom Zampern über Kinderfasching, Osterfeuer, Maitanz, Parkfest, Sport- und Stollenfest bis zum Weihnachtsmarkt.

Im Kindergarten ist erst am vergangenen Freitag ein Anbau eröffnet worden, und die Versorgung ist mit Bäcker, Fleischer und Lebensmittelladen im Zentrum gesichert. "Der Trend geht dahin, dass sich wieder mehr jüngere Leute in Kahren ansiedeln", berichtet Jürgen Lehmann. Dazu haben die drei Neubaugebiete entscheidend beigetragen. Das Ortsteilentwicklungskonzept, das derzeit erarbeitet wird, zielt darauf, Kahren zu einem noch lebenswerteren Ort zu machen.

Dabei nimmt die Schule, die vor zehn Jahren geschlossen wurde, eine Schlüsselrolle ein. "Am liebsten wäre es uns, wenn die Schule wieder öffnet", sagt Jürgen Lehmann. Dann könnten sich die Kinder, die jetzt in Laubsdorf oder anderswo zur Schule gehen, besser kennenlernen und von klein auf am Vereinsleben teilnehmen. Wenn die Rückkehr der Schule nicht möglich sein sollte, könnten sich die Bürger auch mit einer Umnutzung des Gebäudes anfreunden. Auf jeden Fall aber soll mehr Leben in das Areal am Gutspark einziehen.

Der Park selbst hat in diesem Jahr mit Freilichtbühne, neuen elektrischen Anlagen und gepflegtem Rasen eine Traumkulisse für das Park- und Brotfest abgegeben. Uwe Effenberger, Chormitglied und Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft, gerät angesichts des einstigen "Ensembles von Kultur, Natur und Schule" ins Schwärmen. Dass die Schule wiederbelebt wird, sei wichtig für Vereine und Wirtschaft, für Tradition und Verwurzelung.

Was macht den Ortsteil so lebenswert? Bernd Perko von der Freiwilligen Feuerwehr bringt es auf den Punkt: "Das sind die Gemeinschaft, die vielen Möglichkeiten, die die Vereine bieten, und die schöne Lage in der Natur."

Weil Kahren noch schöner werden soll, setzen sich seine Bürger jetzt für ein weiteres Projekt ein: Am Bürgerzentrum soll ein Spielplatz entstehen.