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| 19:38 Uhr

Kahren
Kahren-Karlshof wehrt sich gegen Funkmast-Standort

 Kathrin Jaszkowiak informiert die Anwohner am Ortsrand von Kahren-Karlshof über die Funkmast-Pläne.
Kathrin Jaszkowiak informiert die Anwohner am Ortsrand von Kahren-Karlshof über die Funkmast-Pläne. FOTO: LR / Christian Walf
Kahren. Mehr als 40 Anwohner protestieren. Grundstück gehört der Agrargenossenschaft, die vorerst keinen Vertrag unterzeichnen will. Von Christian Walf

Mit diesem Zuspruch hat Kathrin Jaszkowiak nicht gerechnet. Zu ihrer Infoveranstaltung am Mittwochabend am Ortsrand von Kahren-Karlshof kommt fast die Hälfte der Bewohner von Karlshof. Jaszkowiak führt den Protest gegen den geplanten Funkmast-Standort an.

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Logo Reportertausch 2019 FOTO: LR

Im Januar habe die Telekom bekannt gegeben, dass sie zwischen der Autobahn und den Häusern von Kahren-Karlshof einen 45 Meter hohen Funkmast plane, erklärt Kathrin Jaszkowiak. „Das ist uns nicht geheuer. Daher überlegen wird jetzt, was wir noch tun können, damit der Mast nicht so nah an die Wohnbebauung kommt“, sagt Jaszkowiak.

Viele Anwohner fürchten sich vor der Strahlung. In Kiekebusch steht auch so ein Mast und dort seien viele Menschen an Krebs erkrankt. Bereits im Februar haben die Anwohner in Kahren-Karlshof über 100 Unterschriften gegen das Projekt gesammelt und der Stadt übergeben. Mit der Reaktion des Oberbürgermeisters und der Verwaltung sind sie aber sehr unzufrieden. Dort würden ihre Sorgen nicht ernst genommen, ärgert sich Jaszkowiak. „Wir verlangen von der Stadt, dass sie sich damit auseinandersetzt.“ OB Holger Kelch hatte bei einem Rundgang durch Kahren im April zu dem Thema gesagt: „Es wird über Funklöcher gemault, aber niemand will einen Mast in seiner Nähe.“ Laut Kathrin Jaszkowiak gibt es an diesem Standort allerdings überhaupt kein Funkloch.

Von der Telekom haben die Anwohner die Überprüfung von Alternativstandorten verlangt. Ob das geschehen ist, weiß niemand. Anfang Mai habe das Unternehmen aber mit ersten Untersuchungen auf dem Acker begonnen.

Auch Christian Kuhlmann, der Geschäftsführer der Agrargenossenschaft, ist zu der Protestveranstaltung  gekommen. Der Genossenschaft gehört das Stück Land und Kuhlmann wundert sich, warum die Anwohner nicht früher auf ihn zugekommen sind. „Ehrlich gesagt, bin ich ein bisschen sauer“, sagt Kuhlmann. Er ist sehr erstaunt darüber, wie viel Ärger jetzt entstanden ist. Kuhlmann versichert aber, dass er vorerst keine Unterschrift unter einen Vertrag setzt, der den Bau eines Sendemastes möglich macht.

*Christian Walf von der Ludwigsburger Kreiszeitung ist in dieser Woche Tauschreporter in der Lokalredaktion Cottbus