ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:33 Uhr

Kaffeekränzchen macht den kleinen Unterschied

Den Mascha Kaléko-Abend gestalten Paula Quast und Henry Altmann am Dienstag, 7. März, im Stadthaus.
Den Mascha Kaléko-Abend gestalten Paula Quast und Henry Altmann am Dienstag, 7. März, im Stadthaus. FOTO: Sabine Bornemann
Cottbus. Kaffeekränzchen auf dem Weg zur Gleichberechtigung: Die Frauenwoche wird in diesem Jahr zum 27. Mal begangen und doch sind die Veranstaltungen keine Selbstbeweihräucherung. Peggy Kompalla

Das versichert die Cottbuser Gleichstellungsbeauftragte Sabine Hiekel. "Wir müssen weiter auf die Defizite aufmerksam machen", betont sie. "Außerdem will ich, dass die Frauen an den Tisch kommen und nicht warten bis die Männer ihre Hälfte abgeben. Das werden sie nämlich nicht freiwillig tun." Deshalb ist das Bild des Kaffeekränzchens gar nicht so schlecht. Denn Männer sind so erfolgreich, weil sie sich Netzwerke schaffen und gegenseitig unterstützten. Nichts anderes ist ein Kaffeekränzchen. Nur, weder die Frauenwoche noch die Frauen sind so harmlos, wie das zunächst klingt.

Die Forderungen, die die Gleichstellungsbeauftragte aufmacht, sind nicht von der Hand zu weisen. Denn insbesondere in der Politik sei von Geschlechtergleichstand keine Spur, selbst mit einer Bundeskanzlerin an der Spitze des Landes. So schaffen es die Frauen im Cottbuser Stadtparlament nicht einmal auf ein Drittel. "Derzeit liegt der Frauenanteil bei den Stadtverordneten bei 28 Prozent. Das sind zwar fünf Prozent mehr als in der vorhergehenden Legislaturperiode, ist aber eben noch lange nicht die Hälfte."

Das nächste Beispiel: An der BTU Cottbus-Senftenberg liegt der Frauenanteil bei 17 Prozent, wenngleich die Quote von Fachgebiet zu Fachgebiet stark schwankt. Nämlich zwischen 43 Prozent an der Fakultät für Soziale Arbeit, Gesundheit und Musik und gerade einmal zehn Prozent an der Fakultät für Architektur, Bauingenieurwesen und Stadtplanung.

Diese Ungleichheit ist nicht nur eine Prestigefrage, sondern vor allem auch eine des Geldbeutels. So verdienen Frauen in Brandenburg noch immer rund sechs Prozent weniger als Männer mit einer gleichwertigen Berufsausbildung. Die Altersrente hält für Frauen in Brandenburg im Durchschnitt 830 Euro bereit. Für die Männer dagegen 1111 Euro.

"Es ist also noch allerhand zu tun", konstatiert Sabine Hiekel. Dabei steht seit 67 Jahren in Artikel 3 des Grundgesetzes ein simpler Satz: "Männer und Frauen sind gleichberechtigt." Für die Gleichstellungsbeauftragte ist klar: "Die Frauen müssen sich selber einbringen, um faire Chancen zu erreichen."

Dafür gibt es nun die Frauenwoche als Bestandsaufnahme. Den Anfang macht am 3. März die Eröffnung der Wanderausstellung "Vorsicht Frau" um 15 Uhr im Foyer der Universitätsbibliothek. Offiziell eröffnet wird die Frauenwoche am 6. März um 15 Uhr mit einer Podiumsdiskussion zum Thema "Feminismus - gestern, heute, morgen" im Laborgebäude auf dem Sachsendorfer Campus. Am 7. März steht ab 17 Uhr die große Mascha Kaléko im Mittelpunkt eines lyrisch-musikalischen Abends im Stadthaus. Die jüdische Literatin wäre in diesem Jahr 110 Jahre alt geworden.