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Kaffee-Klatsch statt Ortsteilrundgang

Bei den Themen Verkehrsbelastung, Kinderbetreuung und Friedhöfe ging es in Groß Gaglow teils heiß her.
Bei den Themen Verkehrsbelastung, Kinderbetreuung und Friedhöfe ging es in Groß Gaglow teils heiß her. FOTO: Jenny Theiler
Cottbus. Alle zwei Jahre findet in Groß Gaglow, in Verbindung mit einer Ortsversammlung zu der wichtige Funktionäre der Stadt geladen werden, ein Rundgang durch die Gemeinde statt. Die Vertreter der Stadt Cottbus sollen auf diesem Wege einen Eindruck von den gesellschaftlichen Belangen der Einwohner Groß Gaglows bekommen. Jenny Theiler

Zu Beginn der Runde erklärt Ortsvorsteher Dieter Schulz die Abwesenheit des Oberbürgermeisters, der sich aus familiären Gründen entschuldigen ließ. Vertreten wurde Holger Kelch von Manfred Geißler vom Fachbereich für Ordnung und Sicherheit.

Die verschiedenen Themenschwerpunkte wurden von Dieter Schulz verlesen und im Anschluss genauer erläutert, um sich gleichzeitig an die entsprechenden Verwaltungsbereiche der Stadt zu wenden. Die anwesenden Groß Gaglower erhielten zudem die Gelegenheit, sich kritisch zu äußern oder Lösungsvorschläge für Problemschwerpunkte vorzutragen.

So ist der Verkehr noch immer ein heißes Thema im Ort. Die Chausseestraße ist die am stärksten befahrene Strecke in Groß Gaglow und wurde bereits mit der Umwandlung in eine 30er Zone beruhigt. Dies würde allerdings die Autofahrer dennoch nicht davon abhalten deutlich schneller zu fahren, erklärt Dieter Schulz. Zudem beschweren sich die Anwohner der Chausseestraße über eine akute Lärmbelästigung vor allem in der Nacht. Um zu verhindern, dass Autofahrer zu schnell in den Ort einfahren, wurde vorgeschlagen, bereits vor der großen Kreuzung Chausseestraße / Sachsendorfer Straße eine Geschwindigkeitsbegrenzung einzuführen. Die Überlegung mit einem Standblitzer das Problem einzudämmen, wurde von der Polizei abgewiesen, da neue Blitzer schnell bekannt werden und auf Dauer nicht abschrecken würden.

Die Koordinatorin der Kindertagesstätten in Cottbus, Lydia Bagola, kündigte zum 31. Juli einen neuen Koordinationsvertrag mit sozialen Trägern und der Stadt an, um den Status der Gaglower Grundschule als Halbtagsgrundschule aufrechterhalten zu können. Zudem steige die Zahl der zu betreuenden Hortkinder kontinuierlich an und die Kita-Praxisberaterin stellt die vorgegebenen 1,7 Quadratmeter, die jedem Schulkind gesetzlich zustehen, in Frage. Die Klassenzimmer würden nicht mehr die räumlichen Vorgaben erfüllen, um jedem Schüler ein stressfreies Lernen zu ermöglichen. Für das neue Schuljahr stehen bereits 14 Kinder auf der Warteliste für einen Hortplatz.

Über das Thema Bestattung wurde mit der Chefin der Friedhofsverwaltung Diana Ziesche diskutiert. Die Groß Gaglower sprechen sich vielfach für die Möglichkeit der anonymen Bestattung in Form einer Urnengemeinschaftsanlage auf dem Ortsfriedhof aus, was von der Stadt bisher jedoch nicht abgesegnet wurde. Diana Ziesche verweist auf die Urnengemeinschaftsanlagen auf dem Südfriedhof, die bisher noch nicht ausgelastet sind. Ob für diese alternative Art der Bestattung in Groß Gaglow überhaupt eine Auslastung gewährleistet wäre, sei für die Friedhofsverwaltung schwer nachvollziehbar und in absehbarer Zeit auch nicht durchführbar, denn mit einem Überhang von knapp 20 000 Quadratmetern sollten die ungenutzten Flächen auf dem Friedhof in Groß Gaglow aus finanziellen Gründen reduziert und nicht benutzt werden.

In den vergangenen Jahren sind immer wieder Probleme bezüglich der schadlosen Ableitung des Regenwassers entstanden. Aufgrund der Trinkwasserschutzzone kann der Seegraben nicht mehr als Abflussort genutzt werden. Der Madlower Priorgraben sei ebenfalls ausgelastet, da dieser die Abwässer aus den Neubaugebieten auffängt. Durch die Bewässerung der Äcker an der südlichen Grenze des Ortsteils staut sich das Wasser in Groß Gaglow und müsste effektiver abgeleitet werden. Um zu verhindern, dass sämtliche Grundstücke bei der nächsten Regenperiode unter Wasser gesetzt werden könnten, wurde den Groß Gaglowern durch die LWG angeboten das Hochwasserrisiko ihrer Grundstücke zu überprüfen, was von den Anwohnern dankbar angenommen wurde. Mit einer Ausnahme von 33 Haushalten, die sich nicht bei der LWG meldeten, nutzten über 90 Prozent der etwa 1400 Einwohner die Gelegenheit ihre Grundstücke prüfen zu lassen.