Der Kaufvertrag ist noch nicht unterzeichnet. Das Geschäft befindet sich allerdings nach Auskunft der Beteiligten in der letzten Prüfungsphase und es gibt bereits einen festen Termin für die Unterzeichnung - den 15. September. Das verkündete Andreas Haas von der EKZ GmbH am Donnerstag gegenüber der Stadtspitze und den Stadtverordneten. Zu der Beratung war auch Yann Guen angereist. Der Franzose ist Seniorberater des Vermögensverwalters Amundi, der das Geschäft für den Investor über die Bühne bringt. Demnach handelt es sich bei dem Käufer um EDF Invest - ein Tochterunternehmen des französischen Stromkonzerns Électricité de France (EDF).

Guen wurde während der Beratung nicht müde zu betonen: "Wir sind keine Spekulanten, sondern setzen auf eine langfristige Investition. Wir wollen keinen kurzfristigen Gewinn durch höhere Mieten erreichen. Es bleibt alles wie es bisher ist - auch mit den lokalen Akteuren." Aus Sicht der Investoren sei Cottbus ein guter Standort mit einer stabilen wirtschaftlichen Entwicklung und sogar Potenzial für ein leichtes Wachstum, das Blechen-Carré darüber hinaus ein gut sortiertes und geführtes Haus mit besten Umsätzen.

Nach Auskunft von Guen will der Investor beide Bauabschnitte des Blechen-Carrés kaufen - also das bestehende Einkaufszentrum und das Nachbargrundstück für den geplanten Anbau. Kaufsummen wurden nicht genannt. Auch die Erweiterung soll demnach so schnell wie möglich umgesetzt werden. Andreas Haas erklärte: "Wir werden von dem Investor immer wieder mit Nachdruck aufgefordert, den Bauantrag zu stellen, so dass die Genehmigung noch in diesem Jahr kommt." Dann könnte 2015 gebaut und das vergrößerte Haus 2016 eröffnet werden.

Trotz Charmeoffensive blickten die Männer bei der Beratung in skeptische Gesichter der Stadtverordneten. Denis Kettlitz (SPD) brachte es auf den Punkt: "Es gibt einen Grund für unsere Zurückhaltung. In den vergangenen Jahren zeigte sich noch eine ganz andere Realität. Da hieß es, der Markt in Cottbus sei schwierig und im zweiten Bauabschnitt fanden sich viele Mieter aus dem ersten oder aus anderen Teilen der Stadt. Deshalb sind wir vorsichtig." Nachfragen von Hagen Strese (CDU) zu möglichen Impulsen für eine bessere Mieterbelegung im Einkaufszentrum liefen ins Leere. Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD) sagte: "Zumindest hat das Gespräch eine Hoffnung erzeugt, dass es eine reale Chance gibt. Jetzt ist die Frage: Was macht die Stadt?"

Tatsächlich ist das kein unwesentlicher Punkt. Denn nach bisherigem Fahrplan stimmt das neue Stadtparlament bei seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause am 24. September über das Schicksal des Carré-Anbaus ab. Heben die Abgeordneten den Bebauungsplan auf, kann das Einkaufszentrum nicht erweitert werden. Die Verwaltung arbeitet derzeit an der Beschlussvorlage. Eine terminliche Verschiebung lehnten die bei der Beratung anwesenden Lokalpolitiker ab.

Kommentar: Nur eine Frage zählt

Zum Thema:
Immer neue Eröffnungstermine: Im Jahr 2010 gab es grünes Licht für den Anbau des Blechen-Carrés. Seither wurden immer neue Eröffnungstermine genannt - Ostern 2012, Oktober 2012, Oktober 2013, Frühjahr 2014 und zuletzt 2015.Center-Wirtschaftszahlen: Das Blechen-Carré erwirtschaftet nach Angaben der EKZ Stadtpromenade Cottbus GmbH einen Jahresumsatz von rund 47,5 Millionen Euro. In dem Einkaufszentrum arbeiten demnach mehr als 200 Menschen in 85 Geschäften. Mit der Erweiterung soll der Jahresumsatz auf etwa 63 Millionen Euro anwachsen und 60 weitere Arbeitsplätze entstehen.