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| 08:25 Uhr

Guben, Guteborn?
Wer hat denn nun den Hitzerekord aufgestellt?

 38,6, 39,3 42 – bei den Rekordwerten herrscht Verwirrung
38,6, 39,3 42 – bei den Rekordwerten herrscht Verwirrung FOTO: dpa / Frank Rumpenhorst
Cottbus. So heiß wie am Mittwoch war es noch nie in einem Juni in der Lausitz, das ist klar. Aber wer hat den nun den Hitzerekord aufgestellt? Bad Muskau, Coschen, Guteborn oder doch Weißwasser? Von Bodo Baumert

Noch nie war es in Deutschland im Juni so heiß. Mit 38,6 Grad wurde am Mittwoch ein neuer Rekordwert aufgestellt. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) wurde dieser in Coschen bei Guben um 14.50 Uhr erreicht. Kurz darauf meldete auch Bad Muskau eben diese 38,6 Grad. Zeitpunkt der Messung: 16.20 Uhr.

Aber war es nicht viel heißer in der Lausitz? Wetterstationen der Meteo-Gruppe meldeten am Mittwoch 39,3 Grad in Guteborn, 39,2 in Guben, 38,9 in Altdöbern. RUNDSCHAU-Leser schickten Fotos von ihren eigenen Messwerten. Bis zu 42 Grad, gemessen unter anderem in Weißwasser, sind darauf zu sehen.

Meteo-Stationen nicht anerkannt

Warum zählen diese Ergebnisse nicht? Temperaturrekorde müssen nach bestimmten Regeln ermittelt werden, damit sie offiziell anerkannt werden. Nach Angaben der Deutschen Wetterdiensts muss die Messung in einer Wetterstation erfolgen, die vorgegebenen Standards entspricht. Die Messtationen der Meteo-Gruppe, zu der auch das Unternehmen von Jörg Kachelmann gehört, werden vom Deutschen Wetterdienst nicht offiziell anerkannt, fließen deshalb auch nicht in die Statistik der Rekorde ein.

40-Grad-Rekord noch nicht geknackt

Die bisherige offizielle Juni-Bestmarke für Deutschland hatte bei 38,5 Grad gelegen, gemessen am 27. und 28. Juni 1947 in Bühlertal in Baden-Württemberg. Der Allzeit-Temperaturrekord von 40,3 Grad in Deutschland blieb auch am Mittwoch bestehen. Die Bedingungen für einen Allzeit-Rekord seien nicht ideal gewesen, erklärte der DWD. Sahara-Staub in der Luft habe die Sonneneinstrahlung gedämpft. Zudem hätten sich Quellwolken breitgemacht.

Lausitzer trotzen der Hitze

Ganz unterschiedlich haben Lausitzer am Mittwoch auf die Hitze reagiert. Bei der Leag gab man sich unbeeindruckt. „Wir haben in allen Tagebauen bereits 40 Grad gemessen“, so Pressesprecher Thoralf Schirmer. Alle Hände voll zu tun hatten bei der derzeitigen Hitze auch die Mitarbeiter der Mineralquellen GmbH in Bad Liebenwerda. 30 Prozent mehr Absatz als im Jahrhundertsommer 2018 verzeichnet das Unternehmen. Abkühlung gibt es auch für die gefleckten Bewohner des Kuhstalls der Agrargenossenschaft Frauendorf bei Tettau (Oberspreewald-Lausitz).

38 Grad? Darüber kann Andre Kieschke aus Kolkwitz nur lachen. Auch bei diesen hochsommerlichen Temperaturen sitzt er gern und regelmäßig in der Sauna des Cottbuser Fitnessstudios Chakra. Kieschke: „In der finnischen Sauna sind es immer 90 Grad. Da ist es mir egal, ob draußen 36 oder 26 Grad sind.

Mehr Arbeit wegen Hitze in den Notaufnahmen

Trinken, trinken, trinken“ – das ist auch an diesem Mittwoch das Motto des Tages. Das bekräftigt der Chefarzt der Zentralen Notaufnahme des Cottbuser Carl-Thiem-Klinikums, des größten Krankenhauses der Region,­­ Dr. Olaf Konopke gegenüber der RUNDSCHAU.Die Zahl der Hitzegeschädigten, die in Notaufnahmen von Krankenhäusern eingeliefert werden müssen, hat wegen der Hitzewelle zugenommen.