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Junger Syrer in Cottbus unter Mordverdacht

Polizeisprecher Torsten Wendt, der Leiter der Mordkommission Peter Augustin und Oberstaatsanwalt Gernot Bantleon informieren über die Festnahme eines jungen Syrers.
Polizeisprecher Torsten Wendt, der Leiter der Mordkommission Peter Augustin und Oberstaatsanwalt Gernot Bantleon informieren über die Festnahme eines jungen Syrers. FOTO: Jan Augustin
Cottbus. Nach dem gewaltsamen Tod einer 82-jährigen Cottbuserin ist am Mittwoch ein syrischer Flüchtling festgenommen worden. Zur Tatzeit soll er 17 Jahre alt gewesen sein, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilten. jag

Der Täter ist identifiziert worden, es soll sich um einen syrischen jungen Flüchtling handeln, sagte Staatsanwalt Gernot Bantleon bei einer überraschend einberufenen Pressekonferenz. Noch am Montag hatte er auf RUNDSCHAU-Nachfrage mitgeteilt, dass es noch keine heiße Spur gebe, man aber dennoch zuversichtlich sei. Der Mann sei am Mittwochmorgen in Untersuchungshaft gebracht worden. Zu den Motiven haben sich Polizei und Staatsanwalt nicht geäußert.

Der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) hat den Ermittlungserfolg begrüßt. "Wir sind froh, dass es Aufklärung gibt und die wochenlange Ungewissheit beendet werden kann." Kelch und die gesamte Stadtspitze appellierten am Mittwoch an die Cottbuser, Ruhe zu bewahren. "Wir wissen, dass die Herkunft des mutmaßlichen Täters Emotionen wecken wird. Ein einzelner junger Mann hat nach derzeitigem Erkenntnisstand Gastfreundschaft, Offenheit und Toleranz in Cottbus aufs Brutalste und Schändlichste missbraucht." Daher mischt sich in die Freude über den Ermittlungserfolg auch die Sorge, dass nun alle in Cottbus lebenden Ausländer unter Generalverdacht gestellt werden.