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Junge Patienten hübschen Klinik auf

Marlene und Vanessa haben das Krankenhauszimmer im Carl-Thiem-Klinikum mit einem Platz im Grünen getauscht und dort gezeichnet.
Marlene und Vanessa haben das Krankenhauszimmer im Carl-Thiem-Klinikum mit einem Platz im Grünen getauscht und dort gezeichnet. FOTO: Daniel Preikschat
Cottbus. Ein Kinderbuchautor und ein Cartoonist haben Kindern, die im Krankenhaus behandelt werden, eine willkommene Abwechslung verschafft. Sie durften an die frische Luft und kreativ sein. Daniel Preikschat

Marlene und Vanessa sind noch nicht lange Patientinnen im Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum - und schon ist ihnen schrecklich langweilig. Deshalb haben sie freudig Ja gesagt, als sie eingeladen wurden, sich draußen im Krankenhauspark als Zeichnerinnen auszuprobieren. Und nicht nur sie: Zwölf Kinder durften gestern die Krankenhausbetten verlassen und große Tafeln bemalen.

Inspiration war das Kinderbuch "Das Geheimnis der Grünen Wiese" mit Texten von Autor Burkhart List und Illustrationen des Grafikers und Cartoonisten Detlef Noack. Als Sponsor beteiligt an der Malaktion war auch Marcellus Lammerich von der Deutschen Industrie- und Parkhaus GmbH (dip), die derzeit am Klinikum ein Parkhaus mit 243 Stellplätzen baut. Die drei haben sich an die Klinikumleitung gewandt und dort gleich grünes Licht bekommen, so die stellvertretende Pressesprecherin Carolin Bablich.

Wohl wissend, dass sie vielen Kindern damit eine Freude bereiten. "Das ist schon langweilig, den ganzen Tag im Zimmer zu sein. Man weiß nicht, was man tun soll", sagt Vanessa, 15 Jahre, aus der Nähe von Großräschen. Marlene, ebenfalls 15 Jahre und aus Cottbus, stimmt zu: "Mir fällt die Decke auf den Kopf." Beide zauberten den Kinderbuch-Titel mit Graffitti-Buchstaben auf eine der 2,50 Meter Mal 1,25 Meter großen Tafeln. Aber auch Tiere und lustige Figuren wurden gezeichnet. Wobei Detlef Noack Tipps gab und vorzeichnete. Zur Motivation und als Belohnung bekam jedes Kind außerdem ein Buch. Die sechs Tafeln, so Carolin Bablich, werden auf dem Klinik-Areal verteilt. Wo genau, steht noch nicht fest.

Autor List, Grafiker Noack und dip-Niederlassungsleiter Lammrich sind Berliner, die sich gut kennen und zusammen Billard spielen. Aus dieser Bekanntschaft heraus sei die Idee zur Malaktion entstanden, die man auch schon an Schulen umgesetzt hat. Natürlich, so
List, helfen solche Aktionen beim Bücherverkauf. Und für die dip, so Lammerich, sei das Ganze auch gut fürs Image. Am Ende aber, versichern die Familienväter, wollen sie Kindern etwas Gutes tun.