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| 02:34 Uhr

Junge Musikschüler spielen sich frei

Laurien Tobianke (E-Gitarre), Kilian Maidhof (Bass), Laura Wannagat (Gesang), Moritz Grosch (Schlagzeug), Philipp Wiedemann (Vibrafon) und Sophie Kuhnert (Saxofon) nach anderthalb Stunden Probe in der "Kapelle" im Cottbuser Konservatorium.
Laurien Tobianke (E-Gitarre), Kilian Maidhof (Bass), Laura Wannagat (Gesang), Moritz Grosch (Schlagzeug), Philipp Wiedemann (Vibrafon) und Sophie Kuhnert (Saxofon) nach anderthalb Stunden Probe in der "Kapelle" im Cottbuser Konservatorium. FOTO: Annett Igel
Cottbus. Über verdammt viele Bücher ist zu reden, wenn am 26. März bei Hugendubel der 22. Cottbuser Bücherfrühling eröffnet wird. Aber die "Jazzteken" vom Cottbuser Konservatorium funken dazwischen – mit Saxofon, Gitarre, Schlagzeug, Vibrafon und einer warmen Stimme. Annett Igel-Allzeit

Wie lässt sich ein Schlagzeug leiser drehen? Der 14-jährige Moritz Grosch lacht. Seit über zwei Jahren ist der junge Peitzer der Drumer der "Jazzteken" und weiß, dass ihm Laurien Tobianke, die die E-Gitarre spielt, gelegentlich einen bösen Blick schickt. Aber manchmal geht es mit Moritz durch, da muss er etwas ausprobieren und mal lauter werden. Schließlich sitzt er schon acht Jahre hinter den Drums. Musiklehrer Dan Baron vermittelt, lenkt leise, lobt laut, klopft mit dem Bleistift Rhythmen vor und mit.

Neben Orchestern und Ensembles sind Bands der Popularmusik längst Tradition am Cottbuser Konservatorium. "Nach jahrelanger klassischer Ausbildung lernen die Schüler hier das feine Improvisieren", sagt Dan Baron.

"Und das ist nicht so einfach", seufzt Sophie Kuhnert. Sie spielt seit acht Jahren Saxofon - schaffte es schon in den Landeswettbewerb "Jugend musiziert" und zeigte im "Konzert junger Künstler" im Staatstheater mit der "Pequea Czarda" des spanischen Komponisten Pedro Iturralde, dass sie jazzig und humorvoll spielen kann. Erst seit einem halben Jahr bereichert sie die "Jazzteken".

Philipp Wiedemann, mit 25 Lenzen der Älteste, spielt das Vibrafon. Auch wenn es selten auftaucht, gehört es im Jazz zu den klassischen Instrumenten. "Ich komme vom Schlagzeug und spiele das Vibrafon seit einem Jahr. Ich bin neugierig auf alles, was beim Draufschlagen Töne erzeugt", sagt er. Gelegentlich wechselt er die Schlägel. Für das aktuelle Repertoire der "Jazzteken" sind es die Grünen und Blauen - härtere Schlägel und nicht ganz so harte, die zu viert über die Metallplatten wirbeln. Die Resonanzröhren, die an Orgelpfeifen erinnern, verstärken die Töne.

Kilian Maidhof hängt auch bei "Half a Minute" ganz ruhig über der Bassgitarre. Auch er spielt sein Instrument schon viele Jahre. "Angefangen hatte ich mal mit dem Kontrabass - aber der wurde mir dann doch mit der Zeit zu langweilig", gesteht der 19-Jährige.

Ganz schnell müssen Lauriens schmale Finger über die Saiten hüpfen. Leise bittet die 18-Jährige: "Nicht so schnell!" Dan Baron, der sie auch einzeln unterrichtet, fordert sie gern heraus, schaltet dann aber doch einen Gang runter. Laurien ist gefragt, auch in der Rockband und in der Bigband des Konservatoriums spielt sie mit. Bis zu zwei Stunden am Tag übt sie dafür.

Und Laura Wannagat? Sie kommt aus Straupitz (Dahme-Spreewald), hat eine sehr ruhige, warme Stimme und verdammt viel Rhythmus im Blut. Einsätze verpasst sie kaum. "Ach, ich singe so ziemlich alles - außer dieses Metal-Geschrei, das mag ich nicht so", gesteht sie.

Dan Baron ist zufrieden, Bassnoten für Philipp und Kilian will er noch einmal schicken und die Lieder für den 26. März ordnen. Thomas Bruhn von "Lesen und Leute" hat ihm den Ablauf für die Eröffnungsveranstaltung des Bücherfrühlings geschickt. Nach einer halben Stunde Diskussion über Bücher darf man die Zuschauer nicht laut erschrecken. "Fly me to the moon", mit dem unter anderen Frank Sinatra einen großen Erfolg feierte, "Blue Bossa", "Moondance", "Lullaby of Birdland”, ein Jazz-Klassiker, den Ella Fitzgerald berühmt machte - auch Musikfreunde dürfen sich auf den Cottbuser Bücherfrühling freuen.

Zum Thema:
Eröffnet wird der Bücherfrühling am 26. März um 19.30 Uhr bei Hugendubel mit "Lesen und Leute". Die Bücherwürmer Thomas Bruhn, Klaus Wilke und Annett Igel, die auch Bücher aufstöbern, die zu gut sind für Bestsellerlisten, haben sich den langjährigen Cottbuser Oberbürgermeister und Strittmatter-Leser Waldemar Kleinschmidt eingeladen.