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Junge Leute machen Kunst im Knast

Madlen Lehmann (l.) hat dieses Graffito für das Kunstprojekt gestaltet.
Madlen Lehmann (l.) hat dieses Graffito für das Kunstprojekt gestaltet. FOTO: bwh1
Cottbus. Das Kunstprojekt des Cottbuser Menschenrechtszentrums hat den Teilnehmern ein hartes Thema aufgegeben: "Zivilcourage und Widerstand in der Diktatur". Doch die 25 Teilnehmer haben gezeigt, dass die jungen Leute sehr wohl etwas damit anfangen können. bwh1

Denn das Thema zeigt nicht nur in die Vergangenheit, sondern ist auch Teil des Tagesgeschehens - erinnert sei an den Freiheitskampf der Syrer.

Madlen Lehmann hat ein blutrotes Graffito gestaltet. Eine riesige Hand zieht die Strippen einer Marionette. Sie hängt scheinbar schlaff in den Seilen. Aber wer weiß, womöglich schöpft sie nur Kraft, um sich aufzubäumen und die Strippen zu kappen. Die Arbeit der jungen Künstlerin wurde von der Jury prämiert, genauso die Werke von Alice Frenzel, Celine Blaszyk, Franziska Großheim, Nicole Heinze und Isabell Westphal.

"Wir sehen dieses Kunstprojekt als gelungenen Anfang, junge Leute an einem authentischen Ort von Diktatur und Missachtung menschlicher Würde an die Zeit vor 1989 zu erinnern", sagt Bildungsreferentin Hana Hlásková. Das Kunstprojekt wird gefördert durch die Stadt Cottbus und das Brandenburger Bildungsministerium.

Seit der Eröffnung des Menschenrechtszentrums im September 2012 haben mehr als 3400 Menschen das ehemalige Zuchthaus besucht, in dem vor allem politische Häftlinge einsaßen. Sie selbst haben in jahrelanger Arbeit den Ort ihrer Qual zu einer Gedenkstätte gemacht.