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| 02:34 Uhr

Jugendliches Kleid für Bauzaun vor dem Café Süd

Cottbus. In der Straße der Jugend bekommt der verwitterte Bauzaun vor dem Gelände des ehemaligen Café Süd in diesen Tagen ein neues Kleid. Das Graffiti von Tobias Wünsche soll wildes Plakatieren und Beschmieren verhindern. Maren Kletzin

Bilder aus der Natur und Szenen, in denen der Mensch in die Natur eingreift: Den rund 30 Meter langen Bauzaun in der Straße der Jugend ziert ein neues Graffiti. Mit seinem Werk will der 24-jährige Tobias Wünsche Sozialkritik äußern. "Das Bild soll zeigen, dass die Natur eigentlich sehr schön ist. Die Menschen machen sie aber durch alle möglichen Dinge wie Umweltverschmutzung kaputt", sagt Tobias Wünsche. Insgesamt rund 30 Stunden hat er an seinem Kunstwerk gearbeitet. Jetzt ist es fast fertig.

Vor zwei Jahren hat der junge Künstler den Zaun zusammen mit einem Kollegen schon einmal bemalt. Dem alten Kunstwerk war der Witterungseinfluss jedoch deutlich anzusehen. Deswegen beauftragte die Jugendhilfe Cottbus den 24-Jährigen im Rahmen des Projekts "Streetwork" damit, ein neues Bild zu malen. Die RUNDSCHAU spendet dabei insgesamt 500 Euro für Material und Künstlerhonorar. "Die Materialkosten belaufen sich auf 350 Euro. Der Künstler bekommt 150 Euro Honorar", teilt Annekathrin Schulze von der Jugendhilfe, Leiterin des Fachbereichs Jugendsozialarbeit, mit. Sie ist für das Projekt "Streetwork" verantwortlich.

Eigentümer des Bauzauns ist die Stadt Cottbus. "Die Stadt will durch eine schöne Gestaltung des Zauns wildes Plakatieren und Beschmieren verhindern", erklärt Jörn Meyer, Geschäftsführer der Jugendhilfe Cottbus. "Das war auch schon die Idee beim ersten Auftrag."

Die Reaktionen der Passanten auf das neue Bild seien überwiegend positiv. "Ganz selten gibt es mal jemanden, der das nicht gut findet", sagt Tobias Wünsche. Er malt bereits seit zehn Jahren. "Seit zwei Jahren nehme ich auch Aufträge an - was eben so gewünscht wird. In der Lutherstraße habe ich beispielsweise eine Turnhallenwand bemalt und auch am Busbahnhof hatte ich schon einen Auftrag", erklärt der Künstler. "Bei dieser Arbeit kann ich meiner Kreativität freien Lauf lassen und Altes neu gestalten. Das ist schon cool." Manchmal sei es aber auch schwierig. "Der Arbeitsplatz in der Straße der Jugend ist schon krass. Hinter mir fahren direkt die Autos vorbei und ich muss mich hier konzentrieren. Das ist ja schon ziemlich laut. Ich bringe mir dann meist Musik mit."

Von der illegalen Sprayer-Szene grenzt sich der 24-Jährige klar ab: "Mit denen habe ich nichts zu tun. Das will ich auch gar nicht." Was die Zukunft bringe, wisse er noch nicht. "Ursprünglich wollte ich Kunst studieren. Ob ich das wirklich mache, weiß ich noch nicht. Ich will aber auf jeden Fall mein Leben lang etwas mit Kunst machen."