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| 11:46 Uhr

Jugendliche wenden sich an die Politik
Heimat macht nicht Perfektion aus

Cottbus. Im Stadtparlament haben die Abgeordneten in einer Aktuellen Stunde der AfD darüber diskutiert, ob es sich in Cottbus gut leben lasse. Der Abgeordnete Mario Kaun (Linke) ist Geschichtslehrer am Humboldt-Gymnasium. Er hat die Schüler des 12. Klasse-Leistungskurses nach ihrer Meinung gefragt. Diesen Brief haben die Jugendlichen an die Politiker geschrieben.

Sehr geehrte Vertreter und Vertreterinnen der Stadtverordnetenversammlung,

Was bedeutet Heimat für Sie? Auf diese Frage wird sich keine universelle Antwort finden lassen. Cottbus ist unsere Heimat, ein Ort, der uns am Herzen liegt, eine Stadt mit Makel, aber Perfektion ist nicht das, was eine Heimat ausmacht. Obwohl die Bedingungen, damit man sich an einem Ort wohlfühlt, kaum individueller sein könnten, fühlen wir uns hier wohl.

Das Staatstheater dient nicht nur als kulturelles Aushängeschild, sondern bereichert uns auch auf vielen weiteren Ebenen.

Die BTU bietet einer Vielzahl von Menschen unterschiedlichster Herkunft Perspektiven und Möglichkeiten für die Zukunft. Perspektiven und Möglichkeiten, wie wir sie noch mehr und vor allem vielfältiger bräuchten. Besonders für Studenten und für uns Schüler ist Mobilität von großer Bedeutung.

Im Verhältnis zu vergleichbaren Städten hat Cottbus einen sehr guten Nahverkehr. Auch Großstädte wie Berlin, Dresden und Leipzig sind meist problemlos erreichbar, dennoch sind die Anbindungen noch ausbaufähig.

Auf dem Altmarkt, dem Herzstück von Cottbus, treffen alle möglichen Generationen und Kulturen aufeinander. Umgeben von zahlreichen Restaurants und Cafés, ist er ein Ort für Rückzug, Austausch und Wohlfühlen zugleich.

Durch den Sport haben hier viele Menschen eine gemeinsame Leidenschaft gefunden. Neben den Spielen des FCE, ist Cottbus ein beliebter Austragungsort vieler internationaler Events. Als Sportstadt führt Cottbus Menschen zusammen.

Dies sind nur wenige Beispiele. Erholungsorte wie der Park Branitz, Einkaufmöglichkeiten im Blechen Carré oder in der Sprem und zukunftsweisende Projekte wie der Cottbuser Ostsee sind noch weitere Aspekte, die für uns aus Cottbus eine lebenswerte Stadt machen.

Damit wir uns hier noch wohler fühlen, wünschen wir uns, dass leerstehenden Flächen, wie neben dem Blechen Carré, entwickelt, Freizeitmöglichkeiten ausgebaut und die Menschen in Cottbus noch offener werden. Grundsätzlich fehlt es uns an nichts, doch eine Entwicklung und Erweiterung einzelner Bereiche ist wichtig für die Zukunft. Cottbus ist nicht fehlerlos, aber wir haben in dieser Stadt eine Heimat gefunden, in der wir gut, und gerne leben.

MfG

der Geschichts LK Klasse 12 am HG