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Aus dem Gerichtssaal
Syrer nach Messerangriff verurteilt

Hier am Cottbuser  Blechen-Carré hat sich die Messer-Attacke ereignet.
Hier am Cottbuser Blechen-Carré hat sich die Messer-Attacke ereignet. FOTO: Frank Hilbert
Cottbus. Jugendarrest und gemeinnützige Arbeit nach Messerangriff in Cottbus Von Hannelore Grogorick

Nach dem Messerangriff an einer Straßenbahn in Cottbus hat das Amtsgericht Cottbus zwei Syrer  schuldig gesprochen. Ein zur Tatzeit 16-Jähriger muss unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung für 16 Tage in Jugendarrest und 60 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten, wie das Amtsgericht Cottbus mitteilte. Ein zur Tatzeit 15-Jähriger wurde unter anderem wegen gemeinschaftlicher Nötigung zu 20 Stunden gemeinnützige Arbeit verurteilt.

Beide Syrer wurden zudem von einer Jugendrichterin verpflichtet, der Schulpflicht nachzukommen und Hilfen zur Erziehung anzunehmen.

Die beiden Flüchtlinge hatten am 17. Januar einen 16-jährigen Deutschen angegriffen. Nach Angaben der Polizei waren je eine Gruppe deutscher und syrischer Jugendlicher, die sich flüchtig kannten, zunächst verbal aneinandergeraten. Nach Beschimpfungen und Beleidigungen wurde der 16-Jährige von einem jungen Syrer an eine stehende Straßenbahn gedrückt und mit einem Messer verletzt. Das Opfer erlitt Schnittverletzungen im Gesicht und an der rechten Hand. Er wurde nach einer Erstversorgung durch Rettungskräfte zur Behandlung ins Carl-Thiem-Klinikum gebracht. Die Polizei hatte nach den Tatverdächtigen gefahndet und am Tag darauf einen 15- und einen 16-jährigen Syrer festgenommen.

Der Fall hatte damals als einer der Höhepunkte der Auseinandersetzungen in Cottbus für großes Aufsehen gesorgt.  Die Messerattacke ereignete sich in einer  angespannten Stimmung in der  Innenstadt. Fünf Tage zuvor hatten bereits drei Syrer im Alter von 14, 15 und 17 Jahren   vor dem Cottbuser Blechen Carré ein Ehepaar angegriffen. Die Jugendlichen hätten am Eingang den Vortritt verlangt und gefordert, die 43-jährige Frau solle ihnen Respekt bezeugen. Als sie dies ablehnte, hätten die Jugendlichen den Ehemann angegriffen. Einer der Täter habe ein Messer gezogen. Der 15-jähriger Syrer war bereits als Wiederholungstäter bekannt gewesen.

Dann gab es erneut Anlass für viel Unmut und Unverständnis bei Cottbusern, was  in sozialen Netzwerken wild diskutiert wurde: Gegen die zwei Jugendlichen, die den 16 Jährigen an der Straßenbahn schwer verletzt hatten,  war Anklage erhoben worden, dann saßen sie kurz  in Untersuchungshaftund wurden wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Jugendrichterin hatte nach erneuter Prüfung der Aktenlage nach Anklagerhebung bei beiden Angeklagten das Vorliegen des Haftgrundes der Fluchtgefahr verneint. Es lagen nach ihrer Auffassung keine Gründe dafür vor, dass sich die Angeschuldigten dem Strafverfahren entziehen würden. Die Voraussetzungen des Haftgrundes der Wiederholungsgefahr legen ebenfalls nicht vor.

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