Die Stadt Cottbus hat große Probleme, offene Stellen im Jugendamt, insbesondere im Bereich Allgemeine Soziale Dienste (ASD), zu besetzen. Darüber informiert der Jugendamtschef André Schneider. Vor allem für zeitlich befristete Jobs gebe es immer weniger Interessenten. Die Fachkräftenot im sozialen Bereich kenne man bisher nur von den freien Trägern. „Jetzt kommt sie auch im Rathaus an“, sagt Schneider.

Von den insgesamt 21 Sozialarbeiterstellen seien aktuell drei nicht besetzt. Dabei handle es sich um Langzeiterkrankungen oder Elternzeit-Vertretungen. Die Folge: Die Mitarbeiter müssen noch mehr Hilfefälle bearbeiten, was wiederum zu einer erhöhten Arbeitsbelastung und erfahrungsgemäß zu einem höheren Krankenstand führe, so Schneider. Im Oktober seien aus diesem Grund die Öffnungszeiten in diesem Bereich radikal reduziert worden, damit die Mitarbeiter bei der Bearbeitung der einzelnen Fälle nicht noch zusätzlich durch das Alltagsgeschäft gestört werden, betont Schneider.

Ab Dezember werde nun eine der offenen Stellen neu besetzt, die Ausschreibungsverfahren für die beiden anderen laufen bereits, so Schneider. In Aussicht gestellt seien drei weitere Stellen für den Allgemeinen Sozialen Dienst, sobald das Land Brandenburg den Haushalt der Stadt Cottbus genehmigt hat.

Die Arbeit in diesem Bereich bezeichnet André Schneider als eine „sehr herausfordernde Tätigkeit“, weil die Fälle immer komplexer werden und die Zahl der Kindeswohlgefährdungen steige. Die Mitarbeiter seien zudem einer „Flut von Beschwerden“ ausgesetzt und werden mitunter auch „beleidigt und bedroht“.