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| 19:37 Uhr

Politik
Jugend ist Motor der Partei

Philipp Amthor ist mit 25 Jahren der jüngste Abgeordnete der CDU im Bundestag.
Philipp Amthor ist mit 25 Jahren der jüngste Abgeordnete der CDU im Bundestag. FOTO: Dt. Bundestag / Achim Melde
Cottbus. In der Cottbuser Runde Mit.Machen diskutieren junge Politiker die Rolle ihrer Generation in der Politik. Von Josephine Japke

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“, zitiert Philipp Amthor Erich Kästner. Das ist seiner Ansicht nach genau der Grund, warum politisches Engagement von jungen Menschen wichtig ist. Und Philipp Amthor muss es wissen, denn er ist mit 25 Jahren jüngster Abgeordneter der CDU im Deutschen Bundestag. Erik Stohn (34), Generalsekretär der SPD in Brandenburg, ist zwar schon ein paar Jahre älter, zählt für so manchen Alteingesessenen aber trotzdem als „junger Hüpfer“. In der Cottbuser Runde der Konrad-Adenauer-Stiftung diskutierten die beiden Politiker am Dienstagabend die Rolle der Jugend in der Politik.

Während Erik Stohn sagt, man brauche ein dickes Fell um es in der Politik zu etwas zu bringen, ist es laut Philipp Amthor die „Beharrlichkeit mit dem Anmut eines Schäferhundes“, die ihm geholfen hat. Einigen können sich die beiden Politiker an diesem Abend nur auf eines: Politische Jugendorganisationen sind unerlässlich, unabhängig davon welcher Partei sie angehören.

„Nach innen kann sich dort jeder mal ausprobieren und prüfen, wo er eigentlich hingehört. Nach außen sind sie ganz klar der Motor der Partei“, sagt Erik Stohn mit Bestimmtheit. Die meisten Anträge, über die die SPD abstimmt, kämen von den Jungen Sozialisten (Jusos). Die Junge Union (CDU) ist mit 150 000 Mitgliedern die größte politische Jugendorganisation weltweit. Die FDP gehört zu den Parteien mit den meisten Mitgliedern unter 30 Jahren.

„Politik heißt mitmachen. Gerade auf kommunaler Ebene können wir viele Akzente setzen“, erklärt Max Schlegel (20), Vorsitzender der Jungen Union Cottbus. Doch dafür braucht es Projekte, die auch die Jugend interessiert, sagt Richard Meyer (18), Kreisvorsitzender der Jungen Liberalen in der Lausitz: „Es geht weniger um Themen und Einstellungen, als um interessante Vorhaben, die unterstützenswert sind.“

Dass es nicht ganz einfach ist, die Jugend für politisches Engagement zu begeistern, wissen auch Tony Dewitz (29), stellvertretender Vorsitzender der Jusos Elbe-Elster und Christian Steinert (27), Vorsitzender der Jusos in Oberspreewald-Lausitz und der Juso Hochschulgruppe an der BTU Cottbus-Senftenberg. „Wir sprechen viele Leute an, begrüßen es aber auch, wenn jemand von sich heraus zu uns kommt“, sagt Tony. Sich auszuprobieren, in den Gedankenaustausch mit Gleichgesinnten zu kommen und Kontakte zu knüpfen, sind nur ein paar der Vorteile von Jugendorganisationen.

Besonders gut komme laut Philipp Amthor auch das Motto der Jungen Union „Party und Politik“ an. „Das trifft absolut zu. Spaß und Politik müssen sich immer die Waage halten“, bestätigt Max und Richard nickt zustimmend: „Das ist zwar etwas überspitzt ausgedrückt, aber grundlegend trifft das auch bei den JuLis zu. Das macht für viele Jugendliche Politik auch attraktiv“, sagt er.

Der Unterschied zu älteren Wählern und Politikern ist aus Sicht der jungen Männer gar nicht so genau zu benennen. „Jugendliche haben ein anderes Erwartungsbild an ihre Zukunft“, versucht es Max zu erklären. Sie sind eher bereit sich selbst und ihre Ansichten zu hinterfragen, meint auch Richard: „Keiner von uns hat ein abgeschlossenes Weltbild.“

Egal ob Jusos, JuLis oder Junge Union - ihre Wünsche für Cottbus und die Region ähneln sich dennoch. Die BTU bleibt ein Magnet und sollte zusammen mit dem Tourismus nicht das einzige Standbein der Stadt bleiben, der Strukturwandel braucht endlich einen Plan, ein besseres Freizeitangebot würde die Stadt attraktiver machen und es braucht dringend mehr Arbeitsplätze für gut ausgebildete Menschen. Ganz aktuell ist auch der Wunsch von Christian: „Cottbus ist besser als sein Image. Das muss sich unbedingt verbessern.“

Erik Stohn (34)ist Generalsekretär der SPD in Brandenburg und Mitglied des Landtages.
Erik Stohn (34)ist Generalsekretär der SPD in Brandenburg und Mitglied des Landtages. FOTO: PR/SPD
Max Schlegel (20, re.) ist Vorsitzender der Jungen Union Cottbus.
Max Schlegel (20, re.) ist Vorsitzender der Jungen Union Cottbus. FOTO: LR / Josephine Japke
Tony Dewitz (28, 2. v.r.) engagiert sich seit vielen Jahren für die JuSos (SPD).
Tony Dewitz (28, 2. v.r.) engagiert sich seit vielen Jahren für die JuSos (SPD). FOTO: LR / Daniel Friedrich