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Jubilare auf der Spree

Ein Teil der "silbernen" Kanu-Touristen, die seit 25 Jahren Cottbus die Treue halten und vom SV Motor Süd Neubrandenburg stete den Weg in die Lausitz auf sich nehmen.
Ein Teil der "silbernen" Kanu-Touristen, die seit 25 Jahren Cottbus die Treue halten und vom SV Motor Süd Neubrandenburg stete den Weg in die Lausitz auf sich nehmen. FOTO: Georg Zielonkowski/ski1
Cottbus. Es ist kaum verwunderlich, dass viele der 140 Teilnehmer der diesjährigen Spreewaldfahrt des ESV Lok RAW Cottbus schon mehrfach bei einer der bisherigen 44 Touren in der Lausitz am Start waren. Dass aber im Jahr 2016 eine Gruppe eifriger Kanuten bereits zum 25. Mal nach Cottbus kam, dürfte Seltenheitswert haben. Georg Zielonkowski / ski1

Vom SV Motor Süd Neubrandenburg reisten die 17 Leute im Alter von 16 bis 55 Jahren an, um an der Spreewehrmühle im ihre Boote zu Wasser zu lassen. Deren Abteilungsleiter Henry Sloma ist ein passionierter Paddler, hat er doch in diesem Jahr unglaubliche 1000 Kilometer auf dem Wasser zurückgelegt, um auch als einer der Ersten seines Vereins auf die Tour nach Burg an den Start zu gehen. Ein Teil seiner Truppe ist schon zum 25. Mal bei der Tour dabei - sie sind quasi silberne Spreewaldkanuten. Abteilungsleiter Rolf Sturtz erklärt das Paddelvergnügen: "Vom Großen Spreewehr bis nach Burg sind ungefähr 25 Kilometer zu paddeln, etwa bei der Hälfte der Strecke haben wir in Maiberg eine Rast eingeplant, wo wir die Teilnehmer verpflegen."

Allerdings könnte die Tour noch vergnüglicher sein, wenn es im Spreebereich noch mehr Ein- und Ausstiegsstellen geben würde, bedauern die Veranstalter. Die Cottbuser Kanuten sind aber gleichzeitig froh über die Renaturierung der Spreeaue und die in dem Zuge entschärften kritischen Punkte, an denen die Boote zuvor noch herumgetragen werden mussten. "Die vier neu gebauten Sohlgleiten zwischen Skadow und Fehrow wurden von den Teilnehmern mit großer Freude angenommen und mit viel Lob bedacht", sagt Rolf Sturtz.

Zur Orientierungsfahrt, die für den zweiten Tag des Kanu-Treffens angesetzt ist, haben sich, wie in den Vorjahren auch, zehn Sportler aus Ungarn angemeldet. "Weil die Landschaft des Spreewaldes für uns so außergewöhnlich ist, nehmen wir die Reise von Szeged nach Cottbus auf uns. So eine Lagunenlandschaft gibt es bei uns nicht. Allein deswegen kommen wir seit Jahren hierher", erzählen die Besucher der 45. Internationalen Spreewaldfahrt.

Für die Sportler der Lok RAW-Kanuabteilung, die wegen der umfassenden Organisation selbst nicht an den drei Tagen ins Boot steigen, ist die Tour stets etwas Besonderes: "Wenn wir über 100 Boote am ersten Tag nahe der Spreewehrmühle ins Wasser setzten und die Besatzungen allmählich vom Startort flussabwärts dahin entschwinden, ist das für uns Macher ein emotionaler Moment. Und wenn man dann noch so treue Freunde dabei hat, wie die Neubrandenburger Jubiläumsstarter, ist das umso schöner", sagt Ralf Sturtz. "Bedenkt man, dass diese Gruppe jährlich 35 Starts auf allen möglichen Gewässern absolviert und wir von ihnen hören, dass nach all den Erlebnissen überall im In- und Ausland gerade unser Angebot etwas ganz besonders ist, dann ist das der schönste Lohn für uns."